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Magnolia 2025
Mein Langzeit-Fotografie-Experiment mit dem Magnolienbaum in unserem Garten geht in die zwölfte Runde.
Auch im zwölften aufeinanderfolgenden Jahr wollte ich den blühenden Magnolienbaum fotografieren. Ziel meines Langzeitprojekts ist es ja herauszufinden, ob sich der Blick auf etwas über die Jahre verändert und ob die Kamera, mit der ich arbeite, einen Einfluss auf des Resultat hat. 2024 habe ich die Fotos mit dem iPhone 15 Pro max realisiert, weil ich keine neue Kamera zur Verfügung hatte. Ich musste mir damals aber eingestehen, dass ich doch lieber mit einer «echten» Kamera fotografiere. Dieses Jahr hat mich das starke Gegenlicht im Blütenstadium zu einer Serie inspiriert, die ich mit der Leica SL3 realisiert habe. Die starken Kontraste habe ich in der Bildbearbeitung noch erhöht. Faszinierend, wie viele kleine Härchen die Blütenknospen haben.
2025
Leica SL3
2024
iPhone 15 Pro max
2023
Leica SL2 mit den beiden Festbrennweiten SL 35 mm und SL 90 mm
Ich habe mich auf zwei Festbrennweiten beschränkt.
2022
Leica S3, Leica SL2, Sony a1
Zum ersten Mal habe ich mit mehr als einer Kamera fotografiert. Variety is the spice of life ;-).
2021
Leica SL2
2021 habe ich die Zeit der Blüte verpasst. Deshalb ist die Ausbeute relativ dürftig ausgefallen.
2020
Leica SL2
2019
Fujfilm GFX100
2018
Leica CL
2017
Panasonic GH5
2016
Leica SL
Die Leica SL war definitiv ein Boost für meine Fotografie. Das spiegellose Fotografieren mit gezieltem Über- und Unterbelichten war (und ist bis heute) eine geniale Erfahrung. Zudem hat das am Anfang einzige verfügbare Objektiv – das SL 24-90mm – eine Qualität, die ich vorher im Kleinbild-DSLR-Bereich nur von Festbrennweiten kannte.
2015
Nikon D810
2014
Nikon D810
Save the date: Filmpremiere am 5. September 2025
Am 5. September werden wir «Roots to Fly», unseren Film über den indigenen Künstler Trevor Angus, in Schaffhausen uraufführen. Reservieren Sie sich das Datum schon jetzt.
Wir hatten das grosse Vorrecht, den First-Nation-Künstler Trevor Angus und seine Frau Yvonne während drei Wochen mit der Kamera zu begleiten. Nun sind wir daran, den Film zu schneiden und laden Euch zur Filmpremiere ein. Blockiert das Datum schon mal in der Agenda:
Freitag, 5. September 2024, ca. 19.30/20.00, in der Event Location der Werkstätte Liechtblick, Schaffhausen
Weitere Infos folgen auf unserer Homepage und via Newsletter, den Sie hier abonnieren können.
Trevor in voller Konzentration am Schnitzen (oben) und eines seiner Kunstwerke (unten).
Wir waren sehr berührt, wie herzlich Trevor, seine Frau Yvonne und ihre Familien uns willkommen geheissen haben. Sie haben uns mit in ihr Leben und in die Geschichte ihres Stamms – die Gitxsan – hineingenommen. Im Film geht es nicht nur um Trevors Kunst, sondern auch um das Schicksal und die Herausforderungen der First Nation an der Pazifik-Nordwestküste.
Trevor, seine Eltern Jim und Doreen und seine Frau Yvonne
Die Nerds hinter dem roten Punkt
Ein Blick hinter die Kulissen im Leica-Headquarter in Wetzlar
Artikel in Kooperation mit fotointern.ch
Ein wenig Geschichte
Alles im Leica Headquarter in Wetzlar atmet die Geschichte der Fotografie: Fotojournalistinnen und -journalisten haben mit Produkten der Marke mit dem roten Punkt entscheidende Momente in der Geschichte festgehalten. Und dieses Jahr feiert Leica ihr 100-jähriges Bestehen. Die Geschichte begann allerdings schon vor 1925: Im Jahr 1914 entwickelte Oskar Barnack, damaliger Leiter der Filmkameraentwicklung bei Leitz, eine «Miniaturkamera». Wegen seines Asthmas konnte der passionierte Naturfotograf die schweren Platten- und Grossformatkameras nicht herumtragen. Und so tüftelte er an einer leichten, kompakten Kamera, die er mit den perforierten Kinofilmen mit 24 mm Bildbreite bestücken konnte. Er drehte den Film um 90 Grad, um so das bis heute bekannte Kleinbildformat von 36 x 24 mm zu erzielen. Um das viel kleinere Filmformat im Vergleich zu den Grossformatkameras zu kompensieren, investierte er in die Qualität der Objektive. Bis heute ist die Qualität der Leica-Objektive legendär.
Nachdem Oskar Barnack 1914 die Ur-Leica konstruiert hatte, wurde 1925 die «Leica 1» vorgestellt (Pressefotos Leica)
Ups und Downs
Es folgten viele interne Diskussionen, ob man es wagen sollte, diese Kamera in Serie zu produzieren und auf den Markt zu bringen. Das ganze Hin und Her wurde dann in einer Sitzung im Juni 1924 mit dem legendären Satz von Ernst Leitz II beendet: «Ich entscheide hiermit: Es wird riskiert.» Und dann, exakt vor 100 Jahren – 1925 – wurde die erste Leica auf dem Markt eingeführt. Sie revolutionierte die Fotografie. Auf einen Schlag war Leica (das Wort ist eine Kombination von Leitz und Camera) im Kamerabereich Technologie- und Marktführer. Doch es dauerte nicht lange, bis die japanischen Konkurrenten das Messsucherkamera-Konzept nachbauten. Und 1936 wurde die erste Kleinbild-Spiegelreflexkamera auf der Leipziger Frühjahrsmesse vorgestellt: die «Kine Exakta» der Firma Ihagee aus Dresden. Damit erhielt das Messsucherkamera-Konzept ernsthafte Konkurrenz, und die verkauften Stückzahlen dieser Kamerakonstruktion nahmen rapide ab. Die Spiegelreflexkamera hatte mit ihrem Aufbau, dank dem man das Bild durch das Objektiv sehen konnte (so eine Art WYSIWYG), diverse Vorteile. Leica tat sich schwer mit dem Einstieg in die Spiegelreflexwelt: Erst 1964 präsentierte die Firma die Leicaflex. Und dann gewährte Leica dem japanischen Kamerahersteller Minolta Zugriff auf das Autofokuspatent, was diesem einen Wettbewerbsvorteil verschaffte. Noch schwieriger wurde es mit dem Start in die Digitalfotografie: Wegen des geringeren Auflagemasses war es viel herausfordernder, die Leica-M-Kameras ins digitale Zeitalter zu bringen, ohne den Aufbau und das ikonische Design zu verändern.
Kurz vor dem Bankrott
Anfang 2000 war Leica in wirtschaftlichen Schwierigkeiten, und ohne das beherzte Eingreifen von Dr. Andreas Kaufmann gäbe es das traditionsreiche Unternehmen ziemlich sicher nicht mehr. Er erwarb die Aktienmehrheit und verpasste der Firma eine Rosskur: Innerhalb von wenigen Jahren holte die Firma ihren Technologierückstand auf, und dank geschickten Allianzen, die Dr. Kaufmann schmiedete, kann die Firma auch als Nischenplayer modernste Technologie in ihre Kameras einbauen.
Immer unbestritten war Leica als Objektivhersteller. Ich denke, es ist nicht übertrieben zu sagen, dass Leica einer der besten Objektivhersteller der Welt ist – für viele sogar der beste.
Der Nischenplayer mit dem Marktführer-Image
Ohne dass ich in die internen Abläufe Einblick hatte und habe, gehe ich davon aus, dass Dr. Kaufmann die neue Strategie von Leica massgeblich prägte: Die Firma blühte auf, und der Name Leica entwickelte sich wieder zu einem Synonym für Top-Qualität und herausragende Lösungen. Die Messsucher-Kameralinie – die Leica M – ist imagemässig nach wie vor das Aushängeschild, doch die voll manuell bedienbare Kamera ohne Autofokus ist definitiv nicht jedermanns Sache. Es hätte meines Erachtens die Gefahr bestanden, dass Leica ein marginalisierter Player geblieben wäre, wenn man nur auf die M gesetzt hätte. Doch auch hier handelte Dr. Kaufmann und sein Team visionär: Nebst diversen Kompakt- und Sofortbildmodellen hat Leica im Lauf der letzten Jahre drei weitere Kameralinien lanciert: Die Leica Q – eine kompakte Kamera mit Fixbrennweite, einfachster Bedienung und höchster Bildqualität; die Leica SL – die spiegellose Systemkamera, die höchste Qualität, einfache Bedienbarkeit und Flexibilität für den harten und vielseitigen Fotografenalltag vereint und die Leica S – das Mittelformatsystem, das bezüglich Aufnahmequalität das Flaggschiff von Leica ist. Von den produzierten Stückzahlen her ist Leica ein Nischenplayer, aber der Name und die Produkte haben bei Foto-Enthusiasten den Stellenwert, den normalerweise ein Marktführer hat.
Seit 2015 fotografiere ich mit dem Leica SL-System, und unterdessen ist auch die Leica Q und die Leica S dazugekommen. Über die Jahre ist eine Verbindung zu den Entwicklern von Leica entstanden, und in regelmässigem Austausch versuche ich, nützliche Feedbacks zu ihren Kameras zu geben, die dann in die Entwicklung von neuen Kameramodellen einfliessen können. Ich bin da logischwerweise lediglich eine von vielen Stimmen, aber die Seriosität, mit der Leica das Feedback von mir und anderen engagierten Fotografen aufnimmt, ist Ehre und Verpflichtung zugleich.
Im September durfte ich zusammen mit einer kleinen Gruppe anlässlich eines Meetings einen Blick hinter die Produktionskulissen werfen. Wo normalerweise das Fotografieren verboten ist, durfte ich einige Bilder realisieren, um Dir einen Einblick in die Welt der Leica-Fabrikation zu geben. Realisiert habe ich die Fotos mit der Leica SL3.
Ab hier ist normalerweise das Fotografieren verboten. Doch ich durfte einige Bilder realisieren, um Dir einen Einblick in die Welt der Leica-Fabrikation zu geben.
Beginn der Factory Tour
Alles hier atmet Geschichte. Grossformatige Prints, die das Weltgeschehen dokumentieren, zieren die Wände. Im Vordergrund ein Bild von Steve McCurry, einem meiner Lieblingsfotografen.
Die Nerds
Jede Person, die ich bei Leica getroffen habe und treffe, erfüllt ihre Aufgabe mit grossem Stolz. Über allem steht der Anspruch, ein Produkt mit höchster Qualität zu bauen. Jeder Produktionsschritt wird zwei- oder dreimal kontrolliert. Was nicht zu 100% einwandfrei ist, geht zurück zum Nachjustieren. Es gibt in Wetzlar keine Stichprobenkontrolle, sondern jede Kamera und jedes Objektiv aus der Fertigung wird kontrolliert. Am Schluss setzt die Person, die die Endprüfung durchgeführt hat, ihren Namen darunter und steht damit für ein einwandfreies Produkt.
Für Aussenstehende mag die Akribie in der Produktion und in der Kontrolle beinahe krankhaft wirken, aber nur so ist gewährleistet, dass jedes Produkt, das die Werkhallen in Wetzlar verlässt, den Ansprüchen von Leica gerecht wird. Die Nerds kontrollieren alles doppelt und dreifach und haben dafür meinen grossen Respekt.
Kleine Anekdote am Rand: Kurz vor meinem Besuch bei Leica habe ich eine SL-Fixbrennweite gekauft. Diese Objektive werden unter anderem von Grit Thümmler, die Sie auf Bild 8 sehen, kontrolliert. Wir haben uns etwas länger unterhalten, und ich habe herausgefunden, dass es durchaus sein könnte, dass sie mein Objektiv gecheckt hat, bevor es das Werk verliess. Es war dann eine Kollegin von ihr, aber dass es hier Menschen aus Fleisch und Blut mit einem Namen gibt, die jedes Produkt endkontrollieren, ist zumindest für mich etwas, das der Marke Leica einige Bonuspunkte einbringt ;-).
Foto grafare
Das Wort «Fotografieren» kommt von «Foto grafare», was übersetzt «Malen (oder zeichnen) mit Licht» heisst. Eine wunderbare Beschreibung dessen, was passiert, wenn wir den Auslöser der Kamera drücken. Das Objektiv fängt das Licht ein, bündelt und kanalisiert es für den Film oder den Sensor. Das ist natürlich ein rein physisch-optischer Prozess, aber für mich ist immer etwas Magie dabei, wenn ich mir vorstelle, wie eine grosse Live-Szene auf ein 36 x 24 mm grosses Feld verdichtet wird. Das Objektiv ist eines der wichtigsten Kriterien für die Bildqualität und Bildwirkung. Ausgiebige Tests, die ich zusammen mit meinem Freund Christian Habermeier durchgeführt habe (s. «Test the best»), zeigen, dass das Objektiv einen grösseren Einfluss auf die Bildwirkung hat als beispielsweise der Sensor.
Bei Leica arbeitet man mit über 50 Glassorten, um die bestmöglichen Objektive zu bauen. Die Firma geht dafür an die Grenzen des physisch Machbaren und treibt teilweise einen Aufwand, den man fast als irrwitzig bezeichen kann. So haben wir erfahren, dass es Cine-Objektive von Leica gibt, bei denen das Schleifen einer einzigen Linse – und ein Objektiv hat gut und gerne mal zehn Linsen – auf der CNC-Maschine einen ganzen Tag dauert. Jede Linse wird auf 0,1 Mikrometer, das sind 1/1’000mm (!), genau geschliffen und poliert. Diese Präzision ist ein grosser Faktor dafür, dass die Leica-Bilder diese hohe plastische Wirkung haben, die Foto-Enthusiasten als «Leica-Look» bezeichnen.
Einige der verwendeten Glassorten sind so empfindlich auf Luft, dass sie nach dem Schleifen schnell oxidieren würden. Deshalb werden die geschliffenen Linsen wenn nötig mit einer Schutzschicht versehen (s. Bild 3), die dann erst kurz vor dem Vergüten entfernt wird. Nach dem Vergütungsprozess kann das Glas nicht mehr oxidieren. Die Vergütung einer Linse dient also in gewissen Fällen nicht nur der Verbesserung der Abbildungsqualität, sondern auch dem Schutz der Linse. Bild 4 zeigt übrigens einen Stapel von Glas, der in der Mitte vergütet und aussen unvergütet ist. Der Unterschied ist frappant.
Die herausragenden Objektivrechnungen, die extreme Fertigungspräzision, die Wertigkeit der verwendeten Werkstoffe sowohl für die Linsen wie auch für die Objektivgehäuse, die Bereitschaft, bis ans Limit des Machbaren zu gehen und die Kontrolle jedes Objektivs sind in der Summe für die extrem hohe Qualität der Leica-Objektive verantwortlich. Wenn man diesen Prozess einmal gesehen und verstanden hat, kann man nachvollziehen, warum diese Objektive ein ziemlich hohes Preisschild tragen.
Individualisierung
Weil Leica eine Manufaktur ist, kann man seine Kamera auf Wunsch individualisieren – beispielsweise mit einer Gravur oder einer eigenen Belederung. Wir wär’s zum Beispiel mit einer Individual-Belederung in der Farbe «Vamp»?
Wie geht es weiter bei Leica?
Nach unserem Testmonat mit der Leica SL3-S im September 2024 haben Christian Habermeier und ich unsere Vorserienkameras persönlich nach Wetzlar zurückgebracht. Zusammen mit Urs Tillmanns, dem Gründer von fotointern.ch, haben wir die Gelegenheit genutzt, um mit einigen Schlüsselpersonen von Leica zu diskutieren, was von der Firma mit dem roten Punkt in Zukunft kommen wird. Natürlich ist es nicht so, dass Leica alle Geheimnisse ausplaudert, aber ein paar zusammenfassende Gedanken aus dem Gespräch seien hier vermerkt:
Generell ist das Zusammenspiel von Hard- und Software etwas, dem Leica grosse Beachtung schenkt. Will heissen: Ein Bild ist noch lange nicht fertig, wenn der Sensor die farbigen Pixel abspeichert. Die Aufbereitung der Bilddaten und das Importieren dieser Daten auf den Rechner haben einen Einfluss auf das Bildfile. Auch ein RAW-Bild ist bereits eine Interpretation des aufgenommenen Fotos. Bei Leica macht man sich sehr viele Gedanken, wie dieser Workflow sich in Zukunft verändern könnte und wie man den bekannten Leica-Look auch im digitalen Zeitalter erzeugen kann. Die Software-Möglichkeiten (Stichwort KI) werden immer ausgefeilter und bieten mehr Kombinationsmöglichkeiten mit der Hardware.
Doch beginnen tut der Prozess immer mit dem Objektiv: Als erstes Glied in der Kette spielt es eine massgebliche Rolle. Leica optimiert permanent die Objektivrechnungen, die verwendeten Materialien, die Autofokus-Technologie, die Exaktheit des Produktionsprozesses usw. Das ist nötig, weil die Objektive mit den immer höheren Sensorauflösungen Schritt halten müssen: Denn was nützt ein 60 Mpx-Sensor, wenn das Objektiv «nur» 40 Mpx auflöst? Zudem werden die Anforderungen an den Autofokus immer höher. Nur mit präziser Scharfeinstellung kann man das hohe Vergrösserungspotenzial der neuen Sensoren wirklich ausschöpfen. Die spiegellosen Systeme geben den Leica-Ingenieuren mehr Spielraum im Objektivdesign: Weil wir mit den elektronischen Suchern nie ein wirklich optisch erzeugtes Bild, sondern immer ein bereits elektronisch aufbereitetes Bild sehen, können gewisse Optikkorrekturen auch rechnerisch vorgenommen werden. Dadurch können beispielsweise Objektive mit gleichen Leistungsmerkmalen kompakter gebaut werden. Die Leica M ist ja ebenfalls ein spiegelloses System, denn eine Messsucherkamera zeigt auch nie direkt ein vom Objektiv erzeugtes Bild.
Zudem wären weitere Funktionalitäten in der Kamera denkbar. Ein Beispiel ist die von Leica im Jahr 2020 eingeführte Perspektivkorrektur, mit der man direkt in der Kamera die stürzenden Linien korrigieren kann. Der Vorteil ist, dass ich gleich vor Ort sehe, wie viel vom Bild ich durch die Perspektivenkorrektur verliere. Ich weiss, dass Leica sich hier zu weiteren sehr spannenden Funktionalitäten intensive Gedanken macht.
Die Entwicklung der vier Linien – Q, M, SL und S – geht permanent weiter
Bei der Q kam vor Kurzem die Version mit dem 43 mm Objektiv auf den Markt, und ich spekuliere, dass irgendwann neue Q-Monochrom-Modelle folgen werden.
Bei der M wurde anfangs 2022 die M11 und ein gutes Jahr später die M11 Monochrom präsentiert. Im Internet gibt es wilde Spekulationen, ob die M12 – wann immer sie auch kommt – allenfalls einen Hybridsucher aufweisen wird. Das würde Sinn machen, weil so die Präzision des manuellen Fokussierens für die High-End-Sensoren erhöht werden könnte. «No comment» hiess es dazu in unserem Meeting.
Bei der SL-Linie hat Leica mit der SL3-S beide SL-Modellstränge auf den neuesten Stand gebracht. Gerade die SL3-S zeigt, dass Leica das oft adressierte Problem der Autofokus-Performance erst nimmt und im Griff hat. Die Weiterentwicklung des Autofokus wird auch in Zukunft hohe Priorität haben – sei das über Firmware-Upgrades oder auch mit leistungsfähigeren Prozessoren und AF-Technologien bei der Lancierung neuer Kameramodelle. Des Weiteren zeigt die SL3-S, dass man in Wetzlar das Thema «Filmen mit der DSLM» hoch einstuft. Hier sind diverse Lösungen im Soft- und Hardwarebereich in der Entwicklung, aber es sei noch etwas früh, darüber zu reden. Ich denke, (auch) in diesem Bereich wird uns Leica in nächster Zeit positiv überraschen. Ob es je eine «reine» Filmkamera im oberen Qualitätssegment von Leica geben wird, ist ein Geheimnis. Sony und Canon bieten entsprechende Kameras an, und auch Fuji hat eine Filmkamera – notabene für das GFX-System – angekündigt. Abwegig wäre es nicht, wenn sich auch Leica in diesem Bereich etablieren würde, aber das ist lediglich meine ganz persönliche Meinung und Spekulation.
Die Leica S3 wird aktuell nicht mehr produziert. Es war produktionstechnisch von Anfang an klar, dass es nur eine limitierte Anzahl S3-Kameras geben wird. Dieses Limit wurde bereits im Lauf des Jahres 2023 erreicht. Es wurde seitens Leica – auch von Dr. Kaufmann selbst – bestätigt, dass man an einem Nachfolgemodell arbeitet. Auch dazu hielten sich die Leica-Verantwortlichen weitestgehend bedeckt. Der Logik folgend behaupte ich jetzt einfach einmal, dass die Kamera den Namen S4 tragen wird, dass es eine spiegellose Kamera mit ungefähr 100 Mpx Auflösung und einem gegenüber der S3 massiv verbesserten Autofokus sein wird. Wünschenswert wäre zudem eine hohe Kompatibilität mit den M- und SL-Objektivlinien. Die Aufgabe für die Entwickler der nächsten S-Kamera ist nicht einfach, denn bezüglich Bildqualität hat die S3 die Latte sehr hochgelegt. Aber auch hier traue ich der Marke mit dem roten Punkt zu, dass sie das beinahe Unmögliche möglich macht – immer und bei allen Kameralinien mit dem Ziel vor Augen, uns auch in Zukunft tolle Instrumente zu liefern, mit denen wir das Licht des Weltgeschehens oder auch ganz des ganz Banalen, nur für uns Wichtigen, perfekt auf den Sensor zeichnen können.
Man liest manchmal, die Bilder, die mit einer Leica gemacht werden, ja sogar die Kameras selbst, hätten eine Seele. Der Blick hinter die Kulissen zeigt, dass auf jeden Fall so viel Herzblut in jede Kamera und jedes Objektiv fliesst, dass es durchaus so sein könnte ...
Familienfoto, das auch die Grössenverhältnisse zeigt (v.l.n.r.): Leica Q3, Leica M11, Leica SL3-S, Leica S3 (Pressefotos Leica)
Dieser Artikel erschien in einer gekürzten Fassung mit einem leicht angepassten Text auch auf fotointern.ch.
photoSCHWEIZ 25
Zum ersten Mal stelle ich an der photoSCHWEIZ 25, der Werkschau der Schweizer Fotografie, aus. Die Ausstellung ist noch bis am 11. Februar geöffnet. Hier ein paar Impressionen.
Zum ersten Mal stelle ich dieses Jahr an der photoSCHWEIZ aus. Die Ausstellung ist sehr gut besucht, und die Resonanzen sind bis jetzt durchs Band positiv. Ich nehme mit Bildern zum Thema «silence» teil, in Anlehnung an das Buch, das Ursula und ich letztes Jahr publiziert haben.
Das «Starbild» ist ein verlassener Bus, den ich in Island fotografiert habe. Du kannst dieses Bild übrigens auch als Fineartprint erwerben.
Mein Hauptbild an der photoSCHWEIZ 25: der verlassene Bus aus Island
Meine Ausstellungsinsel im Gartensaal (G66).
Die photoSCHWEIZ hat sich in den letzten 20 Jahren als «die» Werkschau der Schweizer Fotografie etabliert. Dieses Jahr findet der Event zum ersten Mal im Kongresshaus Zürich statt. Die Organisatoren haben die Location sehr gut genützt. Impressionen von den Hallen und von meinem Block (Fotos: Michael Brunner / Peter Schäublin):
Die photoSCHWEIZ 25 ist noch bis am 11. Februar geöffnet. Alle Infos zur Werkschau der Schweizer Fotografie auf der offiziellen Homepage von photoSCHWEIZ.
Leica SL3-S – erste Eindrücke
Auf die SL2 folgte die SL3. Und logischerweise muss dann auf de SL2-S auch die SL3-S folgen. Die Frage, die sich immer stellt: Ist das neue Modell denn so viel besser wie das alte? Ich wollte es wissen …
Im September letzten Jahres schlug sie bei uns auf: Das Vorserienmodell der neuen Leica SL3-S. Und sie liess die Erde ein wenig beben – zumindest symbolisch gesprochen. Doch alles der Reihe nach:
Vor etwas mehr als einem Jahr haben mein Freund Christian Habermeier und ich ein Vorserienmodell der Leica SL3 in Island getestet. Die Kamera hat uns sehr begeistert: Handling, Robustheit, Bildqualität – alles vom Feinsten. Auch der Autofokus zeigte sich im Vergleich zum Vorgängermodell SL2 verbessert, hatte aber bei ganz schnellen Motiven noch Luft nach oben. Christian und ich waren – und sind – von der Kamera so begeistert, dass wir beide unterdessen unsere Fotos im Reportagebereich mit der SL3 realisieren. Der Autofokus wurde mit Firmware-Upgrades nochmals so verbessert, dass er für die Fotografie kaum noch Wünsche offen lässt. Doch fürs Filmen ist die AF-Messlatte höher gesetzt. Und genau hier kommt die SL3-S ins Spiel:
Bis auf die Farbe des Leica-Schriftzugs sieht die Leica SL3-S gleich aus wie die SL3. Das ganze Bedienungskonzept ist ebenfalls identisch. Was die beiden äusserlich praktisch identischen Kameras im Innenleben unterscheidet, erfährst Du in diesem Artikel (Pressebild: Leica).
Die SL3-S hat mich im Feldtest überzeugt (Foto: Marco Huber).
Warum zwei Kameramodelle aus derselben Linie?
Alle Kamerahersteller bringen unterschiedliche Modelle für verschiedene Zwecke auf den Markt. Bei Sony sind es sogar so viele, dass ich offen gesprochen unterdessen den Überblick verloren habe. Leica beschränkt sich auf zwei Modelle, und das macht durchaus Sinn: Wir haben einerseits die SL3, die mit 60 Megapixeln bezüglich Auflösung kaum Wünsche offen lässt und die SL3-S mit 24 Megapixeln, deren Sensor wegen den grösseren Pixeln etwas bessere Resultate im hohen ISO-Bereich liefert und fürs Filmen besser geeignet ist. Doch wenn man mit einer Kamera filmen möchte, benötigt sie auch einen leistungsstarken Autofokus. Und – das sei gleich vorweg genommen: Hier hat Leica die Hausaufgaben gemacht. Mehr dazu später.
Arbeiten mit der SL3-S
Bei Leica zerbricht sich eine ganze Menge von Fachpersonen den Kopf, wie man die Bedienung einer Kamera so einfach und individuell wie möglich hält. Das ist insofern schwierig, als dass die Kameras ja immer mehr Funktionen haben und dadurch komplexer werden. Einfachheit in der Bedienung mit immer mehr Funktionen – das läuft sich diametral entgegen. Doch die Leute aus Wetzlar kriegen das echt gut hin: Sauber strukturierte Menunavigation, individuell programmierbare Screendarstellung, Video- und Fotomenu strikt getrennt und neu sogar farblich gekennzeichnet, sinnvolle Icons usw. Mit drei Rädern und diversen Buttons, die ich nach meinem persönlichen Gusto belegt habe, kann ich die Kamera zu 100% auf meine persönlichen Bedürfnisse abstimmen. Die Haptik der Kamera ist ein Traum, die Räder wackeln kein bisschen, nichts ist «flimsy», das Sucherbild ist klar und scharf. Der Body ist aus einem Magnesiumblock gefräst, und die Kamera ist gegen Nässe und Staub extrem gut abgedichtet.
Im Oktober 2024 gewährte uns Leica einen Blick hinter die Kulissen. Das Bild zeigt die Fertigungsstufen der Aluminium-Rückschale für die Leica SL (erste Generation). Die neueste SL-Generation (SL3 und SL3-S) hat eine Magnesium-Druckguss-Rückschale. Die Vorteile von Magnesium sind ein deutlich geringeres Gewicht und die Möglichkeit, komplexere Formen zu giessen. Auch im Material-Bereich entwickelt Leica ihre Kameras laufend weiter.
Konstanz
Wenn ich jeweils eine Testkamera erhalte, kommt sie natürlich ohne Gebrauchsanweisung. Ich muss mich also selbst zurechtfinden. Bei Leica ist man seit einiger Zeit bestrebt, das User-Interface für alle Kameralinien – Q, M und SL – identisch auszugestalten. Die Weiterentwicklung dieses Interfaces wird mit viel Sorgfalt und Augenmass betrieben, damit man sich beim Wechsel von einer Kameralinie zur anderen oder von einem älteren auf ein neueres Modell sofort zurechtfindet. Von daher brauchte ich keine Anwärmzeit mit der SL3-S. Kamera: Anschalten und los geht’s.
Innovation
Im Inneren der Kamera hat sich aber einiges verändert. Der Sensor hat zwar wie bei der SL2-S immer noch 24 Megapixel, ist aber ein neueres Modell. Und – wirklich das Markanteste und Allerwichtigste: Der Autofokus der SL3-S performt massiv besser. Er ist jetzt auf dem Level, den ich mir immer gewünscht habe für eine solche Kamera. Weil ich nicht viel von Labortests halte, frage ich Andrina Trachsel, ehem. Schweizermeisterin im Ultracycling, ob ich sie im Triathlon-Training mit der SL3-S begleiten darf – eine bessere und attraktivere Testmöglichkeit ist schwer zu finden ;-).
6.30h: Start in den Trainingstag. Andrina beginnt mit dem Warmup, meine Assistentin Chiara und ich machen das Equipment bereit (Foto: Marco Huber)
Andrina im Training
Der Tag ist erst am Erwachen, die Temperaturen sind noch eher im kühlen Bereich, und es nieselt leicht. Doch Andrina ist tough, für sie sind die Wetterbedingungen kein Problem. Für mich ist es gut zu wissen, dass die SL3-S ihr diesbezüglich nicht nachsteht. Die regnerische Stimmung sorgt für ein ganz besonderes Ambiente, und gleich zu Anfang entsteht ein Foto, das mein Lieblingsbild aus der ganzen Serie ist:
Leica SL3-S, 1/80 sec., f 2, 250 ISO, Apo-Summicron SL 2.0/35 mm. Bildbearbeitung in Lightroom
Ich hielt die Kamera knapp über die Wasseroberfläche, was ja möglich ist, weil die Q- und SL-Kameras unterdessen auch einen klappbaren Screen spendiert bekommen haben. Das APO-Summicron SL 2.0/35mm zeichnet genial, und der Unterschied zwischen der Zone innerhalb und ausserhalb des Fokusbereichs ist markant. Es sei am Rande erwähnt: Die 2.0-APO-Festbrennweiten sind trotz ihrer Kompaktheit unglaubliche Leistungskraftwerke. Natürlich sind sie nicht so klein wie die M-Objektive, aber das ist dem Umstand geschuldet, dass sie Autofokus-Objektive sind.
Montage eines SL-Objektivs aus der APO-Festbrennweitenserie (es ist das 75er). Gut zu sehen, wie komplex es im Inneren aussieht. Und obwohl das Objektiv relativ kompakt ist, hat es bezüglich Auflösung noch viel Luft nach oben. Selbst bei 60 Megapixeln ist es noch nicht an seiner Leistungsgrenze.
Der Vorteil des 24-Megapixel-Sensors liegt darin, dass er ein geringeres Bildrauschen aufweist. Selbst bei 10 000 ISO sind die Resultate noch überzeugend.
Leica SL3-S, 1/500 sec., f 2, 10 000 ISO, Apo-Summicron SL 2.0/35 mm – ich hätte das Bild natürlich mit einer längeren Verschlusszeit realisieren können, aber ich wollte ganz bewusst einen hohen ISO-Wert erzielen. Bildbearbeitung in Lightroom (keine Reduktion des Bildrauschens).
Der AF-Härtetest
Unterdessen ist es etwas heller geworden. Bootsführer Toni ist eingetroffen. Mit viel Gespür lenkt er sein Boot so, dass ich Andrina im Wasser beim Schwimmen super fotografieren und filmen kann. Den Autofokus habe ich auf Gesichtspriorität und AF-C eingestellt, und ich bin verblüfft, wie akkurat der Autofokus arbeitet, selbst wenn nur noch Andrinas Badekappe sichtbar ist. Hier ein Beispiel:
41 Bilder in 2.2 Sekunden: Obwohl die AF-Bedingungen nicht einfach sind, packt der Autofokus der SL3-S sauber. Genau so habe ich mir das gewünscht. Und hier noch eine Sequenz aus dem Fahrradtraining:
Die Filmfunktionen
Schon bei der SL3 hat Leica eine neue Funktion eingeführt, die mich anfangs etwas irritiert hat, aber die ich unterdessen nicht mehr missen möchte: Ich kann verschiedene Filmprofile anlegen, und diese nachher im Menu blitzschnell wechseln: Ich kann beispielsweise ein 6K-Profil mit 30 fps anlegen, ein 4K-Profil mit 60 fps, ein Full-HD-Profil mit 120 fps (kleiner Wermutstropfen: 120 fps mit 4K geht leider nicht) usw. Selbstverständlich kann ich den Profilen auch unterschiedliche Codecs mitgeben. Beim Filmen kann ich blitzschnell zwischen diesen Profilen switchen. Kleiner Wunsch an Leica: Aktuell sind die Profile einfach durchnummeriert, aber toll wäre natürlich, wenn man den Profilen individuelle Namen zuteilen könnte, z.B. “Interview”, “Sport”, “Zeitlupe” o.ä.
BTS: Während Andrina elegant crawlt, hänge ich über dem Bootsrand, um sie zu filmen. Für eine bessere Kontrolle des Bildausschnitts habe ich meinen Atomos Ninja als Kontrollmonitor montiert. Aufgezeichnet habe ich aber alle Clips in der Kamera auf die CF-Express-B-Karte (Foto: Marco Huber)
Der kleine Testfilm
Für meinen kleinen Movie filme ich praktisch alles mit 59.94 fps / L-Log / 4:2:2 / 600 Mbit/s. Das verarbeitet eine normale SD-Karte nicht mehr, man muss dafür eine CF-Express-B-Karte einlegen. Die SL3-S hat wie die SL3 je einen Slot für normale SD-Karten und einen für CF-Express-B-Karten. Das macht meines Erachtens Sinn, denn man kann seine SD-Karten weiterhin verwenden, hat aber fürs anspruchsvolle Filmen die Möglichkeit, mit den CF-Express-B-Karten zu arbeiten.
Eine Sequenz filme ich mit FHD in 120 fps und rechne sie dann mit Topaz Video AI auf 4K hoch. Beim Betrachten des Films wirst Du feststellen, dass diese Sequenz gegenüber den in «echten» 4K gefilmten Sequenzen nicht abfällt. Auch im Filmbereich eröffnet das KI-unterstützte Interpolieren neue Möglichkeiten.
Während des Shootings habe ich bewusst zwischen Film- und Fotosequenzen gewechselt. Diesen Wechsel siehst Du im Film auch. Zudem habe ich ein Beispiel des Bearbeitungspotenzials mit einer Überblendung vom unbearbeiteten RAW- File zum final bearbeiteten Bild eingebaut. Die Musik hat mein genialer Freund Sebastian Bach komponiert.
Dynamikumfang des Sensors
Um den Dynamikumfang des Sensors zu testen, treffe ich mich ein paar Tage nach dem Shooting nochmals mit Andrina. An diesem zweiten Morgen ist kein Regen in Sicht, und ein wunderbarer Sonnenaufgang belohnt uns fürs frühe Aufstehen. Ich möchte Andrina voll im Gegenlicht fotografieren. Die Gretchenfrage in einer solchen Situation ist immer: mit Blitz oder ohne Blitz und danach in der Postproduction aufhellen? Urteile selbst:
Mit Blitz:
Mit Blitz: Leica SL3-S, 1/2000 sec., f 3.5, 125 ISO, Apo-Summicron SL 2.0/35 mm, Profoto A2 mit Grid, High Speed Sync. Bildbearbeitung in Lightroom.
Ohne Blitz
Hier das unbearbeitete RAW-File ohne Blitz. Ich habe so belichtet, dass ich sogar in der Sonne noch Zeichnung habe:
Leica SL3-S, 1/2000 sec., f 3.5, 125 ISO, Apo-Summicron SL 2.0/35 mm, kein Blitz
Und das Resultat nach der Bearbeitung in Lightroom:
In Lightroom habe ich Andrina um 3.5 Blendenstufen aufgehellt, das Gesicht sogar um 4.25 Blendenstufen. Der Sensor gibt das her. Natürlich macht sich in den aufgehellten Bildpartien das Bildrauschen etwas bemerkbar. Man kann das softwaremässig korrigieren, verliert aber ein wenig Details: Hier ein 100% Ausschnitt mit und ohne Denoise:
ohne Denoise
mit Denoise
Farbmanagement
Man kann Farben nachträglich in der Postproduction korrigieren. Doch es macht deutlich mehr Spass, wenn die Kamera akkurate Farben liefert. Besonders bei Hauttönen ist das wichtig. Hier ein Beispiel eines Bildes direkt aus der Kamera, ohne Bearbeitung:
Leica SL3-S, 1/400 sec., f 4, 100 ISO, Apo-Vario-Elmarit SL 2.8-4.0/90-280mm auf 111 mm, Weissabgleich «bewölkt», komplett unbearbeitet, leicht gecroppt
Wie viele Megapixel braucht der Mensch?
Zum Schluss noch ein Wort zum Megapixel-Run, der ungebrochen weitergeht: Aktuell sind wir bei den Vollformat-Topmodellen im Bereich von 50 bis 60 Megapixeln. Doch wie viele Megapixel benötigt man wirklich? Dazu ein wenig Mathematik: Inkjet-Printer arbeiten mit einer Auflösung von 200 bis 300 dpi. Lass Dich nicht von den hohen DPI-Zahlen irritieren, die die Druckerhersteller manchmal angeben. Sie rechnen teilweise die Auflösung für jeden Farbkanal. Doch für unsere Kalkulation nehmen wir die Auflösung, die Photoshop (oder jede andere Bildbearbeitungssoftware) anzeigt. Hier reichen meiner Erfahrung nach 250 dpi für ein optimales Resultat. 250 dpi sind 250 Bildpunkte pro Zoll (inch). Und da ein Zoll 2.54 Zentimetern entspricht, liegt die Auflösung für einen optimalen Print ziemlich genau bei 100 Pixeln pro Zentimeter. Das macht das Rechnen einfach: Teile die Pixel Deines Bildes durch 100, und Du erhältst die Printgrösse, die Du ohne Qualitätseinbusse drucken kannst. Bei einem 24-Megapixel-Sensor sind das 6000 x 4000 px = maximale Druckgrösse für einen optimalen Print 60 x 40 cm. Das reicht in den meisten Fällen. Doch ich wollte grösser printen. Nach einigen Tests mit Interpolier-Programmen bin ich zum Schluss gekommen, dass ich mit Topaz Photo AI die besten Resultate erziele und ich die Pixelanzahl sowohl in der Länge als auch in der Breite verdoppeln kann, ohne dass das Auge einen Qualitätsverlust erkennt. Will heissen: Ein 6000 x 4000 px-Bild kann ich auf 12000 x 8000 px interpolieren. Voraussetzung dafür ist ein qualitativ hochwertiges Ausgangsfile: Dafür fotografiere ich in RAW, bearbeite das Bild sorgfältig und exportiere es dann als 16-bit TIF für Topaz. Dort rechne ich das Bild von 24 auf 96 Mpx hoch. So aufbereitet kann ich bis 120 x 80 cm printen – oder einiges croppen und immer noch ziemlich gross drucken. Natürlich hat man mit einem hoch auflösenden Sensor noch mehr Spielraum, aber man muss dafür mehr Bildrauschen in den hohen ISO-Bereichen und weniger gute Filmergebnisse in Kauf nehmen. Dazu kommt ein merkbar höherer Speicherbedarf auf dem Rechner.
Gross printen geht: Hier mein 120 × 80 cm Print ab dem 24-Mpx-File. Natürlich müsstest Du den Druck im Original sehen, das ist mir schon klar.
Fazit
Leica hat die Hausaufgaben gemacht. Die SL3-S vereinigt die typischen Leica-Eigenschaften mit einem sehr leistungsstarken Autofokus. Für Reportagen, bei denen ich mit wenig Licht fotografieren muss und auch mal filmen möchte, ist die SL3-S für mich die ideale Kamera. Wenn Du die höhere Auflösung benötigst, ist die SL3 die richtige Wahl.
Du musst selbst entscheiden, wo für Dich die Prioritäten liegen und ob Du mehr als 24 Mpx benötigst. Im Zweifelsfall und wenn es Dein Budget zulässt, einfach beide Kameras kaufen . So hast Du, wie wir Schweizer sagen «dä Füfer und s’Weggli» (und ein leeres Bankkonto ;-)).
Und noch ein paar Fotos vom Training Day
Klicke auf die Bilder für eine vergrösserte Ansicht. Wenn Du dann mit der Maus über das Bild fährst, werden die Aufnahmedaten eingeblendet.
Wir stellen an der photoSCHWEIZ 25 aus
Zum ersten Mal sind wir an der Schweizer Werkschau der Fotografie dabei – komm vorbei und sieh Dir die Ausstellung an. Es lohnt sich.
Die jährlich stattfindende photoSCHWEIZ ist die grosse Werkschau der Fotografie in der Schweiz. 2025 findet sie erstmals im Kongresshaus Zürich statt, und zwar vom
Fr. 07. bis Di. 11. Februar 2025.
Wir werden Bilder zum Thema «silence» ausstellen und würde mich freuen, wenn Du die Ausstellung besuchst. Aktuell plane ich, auf jeden Fall am Samstag, 8. Februar vor Ort zu sein. Lass mich wissen, wann Du kommst, damit wir uns nicht verpassen. Einfach eine kurze E-Mail oder WhatsApp auf 079 445 62 32 senden.
Infos und Öffnungszeiten
Alle Informationen rund um die photoSCHWEIZ 25 findest Du auf der Homepage von photoSCHWEIZ.
Das Dezember-Experiment
Die Schönheit des Alltäglichen – ein Experiment auf Instagram und auf unserem Blog: 33 Tage lang täglich ein Bild mit einem Fixbrennweitenobjektiv realisieren und es posten
Eine Kamera, ein Fixbrennweiten-Objektiv, ein Bild pro Tag. Das ist die Idee des Dezember Experiments. Wie bereits beim Flughafen-Projekt möchte ich auch dieses Mal die Technik möglichst einfach halten.
Das Objektiv
Die APO-Festbrennweitenserie für die Leica SL ist etwas vom Besten, was man auf eine Vollformatkamera montieren kann. Das Set umfasst die Brennweiten 21 mm / 28 mm / 35 mm / 50 mm / 75 mm / 90 mm. Meine Bilder in Usbekistan (s. die Beiträge «Plov», «Rummelplatz» und «52 Bilder aus Usbekistan» sind praktisch alle mit Objektiven aus dieser Festbrennweitenserie entstanden. Für das Projekt beschränke ich mich auf das APO-Summicron-SL 1:2/50 ASPH. Die Bildqualität von allen Brennweiten dieser Serie ist überragend, der Unterschied zwischen Schärfe und Unschärfe sehr markant, und das Auflösungsvermögen liegt weit über den 60 Megapixeln, die der Sensor der Leica SL3 liefert. Und damit ein Wort zur Kamera:
Die Kamera
Seit die Leica SL im Jahr 2015 auf den Markt kam, bin ich ein begeisterter Nutzer dieses Systems. Im November letzten Jahres waren mein Freund Christian Habermeier und ich mit einem Prototypen der SL3 – das neueste Modell aus der Serie – für Tests in Island. Das Paket von leichter Bedienbarkeit, hervorragender Bildqualität, massiver Robustheit und fotografischer und filmischer Vielseitigkeit ist für mich matchentscheidend. Deshalb ist die Leica SL3 als Kamera gesetzt.
Bleib dran
Wo immer ich auch in den Tagen vom 1. Dezember 2024 bis zum 1. Januar 2025 bin – ich werde mein Bestes geben, jeden Tag ein Bild zu posten – hier und auch auf meinem Instagram-Account. Das neueste Bild ist immer zuoberst:
Mittwoch, 1. Januar, 13.06h
Mit diesem symbolträchtigen Bild beende ich das Dezember-Experiment: Im Hintergrund symbolisch für das alte Jahr ein Hang, in dem Spuren eingegraben sind. Spuren, die wir im Leben anderer hinterlassen haben und Spuren, die in unser Leben gegraben worden sind. Schöne und schmerzhafte Spuren. Im Vordergrund der noch völlig unberührte Hang als Symbol für das neue Jahr, das vor uns liegt. Mögen wir die Weisheit haben, gute Spuren in den Leben unserer Mitmenschen und auch in unserem eigenen Leben zu hinterlassen. Das wünsche ich Dir und mir.
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/250 sec, f 16, 200 ISO
Dienstag, 31. Dezember, 19.35h
Zusammen mit Myriaden von Sternen über unserer kleinen Alphütte wünsche ich Euch allen ein gutes, reich erfülltes 2025. Auch wenn ich nicht abergläubisch bin, darfst Du Dir etwas wünschen, weil im Moment der Aufnahme eine Sternschnuppe links vom Haus vorbeigeflogen ist. Trag Sorge zu Dir und zu Deinen Lieben.
TIPP: Weil ich kein Stativ auf die Hütte geschleppt habe, hat eine kleine Weinkiste als Stativ gedient. Auch das geht mal zur Not ;-)
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 10 sec, f 2.0, 3200 ISO, Weinkiste als Stativ
Montag, 30. Dezember, 18.46h
Nach einem rund einstündigen Marsch mit den Schneeschuhen kommen wir bei unserer kleinen Alphütte an, deren Holzwand ihr im Hintergrund seht. Hier verbringen wir traditionellerweise unseren Silvester. Ursula stellt fest, dass einige Besucher da waren – aber nur Vierbeiner. Wir sind tatsächlich da, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen (ein deutscher Ausdruck, den man etwas profan mit «Wir sind am Arsch der Welt» übersetzen könnte. Aber es ist ein sehr schöner Arsch ;-).)
TIPP: Wie du siehst, reicht manchmal bereits eine Stirnlampe als Lichtquelle. Der Schnee reflektiert das Licht auf Ursulas Gesicht, das ich in Lightroom noch etwas aufgehellt habe.
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/30sec, f 2.0, 3200 ISO
Sonntag, 29. Dezember, 9.05h
Was auf den ersten Blick wie eine Stadt in der Nacht aussieht, ist Teil der Weihnachtsdekoration: eine Lichterkette, die ich fotografiert und dann das Bild um 90 Grad gedreht habe. Den Weissabgleich habe ich Richtung Blau verändert, und schon ist die Abstraktion perfekt.
TIPP: Denk beim Fotografieren immer daran, dass Du ein Bild für eine verblüffende Wirkung drehen kannst - sei es um 90 oder 180 Grad.
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/100sec, f 2.0, 400 ISO
Samstag, 28. Dezember, 12.18h
Unsere Nichte Angi will zusammen mit einem Team die Textilbranche revolutionieren. Dafür haben sie Turns Faserkreislauf gegründet. Über die Festtage haben wir sie getroffen und im Studio meines Freundes Christian Habermeier ein Portraitshooting mit ihr gemacht. Das gab mir auch gleich Gelegenheit, meine neue LED-Leuchte von Parabolixlight zu testen. Das Resultat spricht für sich. Angi und dem ganzen Team wünsche ich, dass ihr Vorhaben gelingt – für den Umweltschutz, für eine bessere Lebensqualität auf unserem Planeten. Und so ganz nebenbei stellt sich auch hier die Frage: Farbe oder schwarzweiss?
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/100sec, f 3.2, 200 ISO
Freitag, 27. Dezember, 9.30h
Nach einer kalten Nacht mit Frost treffen die ersten Sonnenstrahlen auf diese faszinierende Stachelpflanze (wie bereits erwähnt bin ich ein schlechter Botaniker und weiss nicht, wie die Pflanze heisst ;-)). Bewusst habe ich meinen Betrachtungswinkel so gewählt, dass der Hintergrund dunkel ist und die Lichtstrahlen ins Bild hineinfliessen. Dieses Motiv wirkt meines Erachtens besser in schwarzweiss. Die Blende habe ich so weit geschlossen, dass die Pflanze als solche ganz in der Schärfe ist, der Hintergrund aber immer noch ziemlich unscharf ist. Mit gedrückter Abblendtaste kannst Du die Wirkung der gewählten Blende beim Fotografieren gleich visuell beurteilen.
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/2000sec, f 4.5, 200 ISO
Donnerstag, 26. Dezember, 18.01h
Wir haben das grosse Privileg, unser Neffe Florian uns jedes Jahr um die Weihnachtszeit seine Zirkusshow präsentiert. Sie wird jedes Jahr megamässiger, und die Zahl der Zuschauer steigt kontinuierlich. Die meisten Bilder habe ich mit dem SL 21 mm fotografiert, aber einige Fotos habe ich mit dem 50er für einen engeren Ausschnitt realisiert. Das Bild wirkt dichter. Und welche Variante gefällt euch besser - schwarzweiss oder farbig?
Kleiner Tipp für Zirkusfotografie: Blende und Verschlusszeit fix wählen, Spotmessung und ISO auf Auto, AFC mit Gesichtspriorität, Serienbilder – damit erreicht ihr die besten Resultate.
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/160sec, f 2.0, 400 ISO
Mittwoch, 25. Dezember, 20.48h
Ich liebe es, jungen Menschen das Fotografieren zu zeigen. Sophia, die Tochter eines Schwagers von mir, hat grosses Talent und hat das Weihnachtsfest mit meiner Leica Q2 dokumentiert. Ich habe sie beim Fotografieren fotografiert, möchte Euch aber auf keinen Fall eines der tollen Fotos von Sophia vorenthalten, die sie realisiert hat. Es zeigt drei ihrer Schwestern und meine Frau Ursula beim Auspacken der Geschenke.
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/30sec, f 2.0, 5000 ISO
Sophias Bild: Leica Q2 with Summilux 1:1.7/28 mm ASPH, 1/30 sec, f 1.7, 3200 ISO:
Dienstag, 24. Dezember, 10.17h
Wenn ich eine Ausstellung plane, printe ich die Bilder verkleinert aus und positioniere sie auf unserer magnetischen Wand, um die Wirkung zu beurteilen. Das Bild von heute ist ein kleiner Spoiler: Ich werde an der photoSCHWEIZ 25 vom 7. bis 11. Februar 2025 ausstellen, und das Bild gibt einen kleinen Ausblick auf meinen Teil der Ausstellung. Ich will natürlich noch nicht alles verraten, deshalb habe ich einen kleinen Schärferaum gewählt. So viel sei aber gesagt: Im Mittelpunkt wird ein einsamer Bus aus Island stehen. Infos zur photoSCHWEIZ 25 gibt’s auf www.photo-schweiz.ch
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/200sec, f 2.0, 200 ISO
Montag, 23. Dezember, 10.41h
It’s raining and snowing again – oder wie viel Schärfe braucht ein Bild? Persönlich finde ich den Blick durch die nasse Windschutzscheibe reizvoll. Realisiert habe ich das Foto bei der Überfahrt mit der Fähre von Horgen nach Meilen. Ich wusste, dass das blaue Geländer eine spannende Farbkombination mit dem roten Rücklicht geben würde. Der Fahrer vor mir hat dann erst im allerletzten Moment den Motor gestartet, und ich konnte nur zwei Bilder schiessen, bevor ich selbst losfahren musste. Capture the moment … Die Blende habe ich stark geschlossen, um sowohl dem Wasser auf der Scheibe wie auch dem Motiv selbst genug Struktur zu geben. Kontrast und Klarheit habe ich Lightroom noch leicht erhöht.
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/40sec, f 11.0, 200 ISO
Sonntag, 22. Dezember, 12.41h
Dieses Stück Stein ist etwas ganz Besonderes, denn auf ihm sind alle vier Elemente auf einem Bild vereinigt: FEUER, denn es ist kein normaler Stein, sondern ein Stück Lava, geformt im Feuer Islands. WIND, denn der Wind hat die Moossamen auf die Lava geweht. WASSER, denn das Wasser hat das Moos hervorgebracht. ERDE, denn das Moos ist pflanzlich und wird zu Erde. Verrückt, was einem manchmal auffällt, wenn man im strömenden Regen kurz den Grünabfall rausbringt …
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/13sec, f 22.0, 400 ISO, Stativ
Samstag, 21. Dezember, 08.15h
Heute morgen früh beim Coiffeur habe ich Giulia gefragt, ob ich sie fürs Dezember-Experiment fotografieren darf. Spontan hat sie zugesagt. Giulia ist nicht nur eine super Coiffeuse bei Kopfsache Schaffhausen, sondern auch Coach.
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/100sec, f 2.0, 640 ISO
Freitag, 20. Dezember, 15.10h
Nachdem ich gestern die Hauptprobe des Altra-Theaters fotografiert habe, ging heute die Vorstellung mit viel Applaus über die Bühne. Theater- und Konzertfotografie sind eine Herausforderung. Mein Tipp: Weissabgleich manuell auf Kunstlicht stellen, um das farbige Licht nicht zu verwässern, auf einer Kamera ein Telezoom (z.B. 70-200mm) für Detailaufnahmen und auf der anderen eine lichtstarke Festbrennweite (35 oder 50 mm, je nach Distanz zur Bühne) für Übersichtsfotos montieren. Nimm den Ausschnitt lieber etwas zu weit als zu eng, denn dank der hohen Sensorauflösungen kannst Du problemlos etwas croppen.
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/50sec, f 2.0, 1600 ISO
Donnerstag, 19. Dezember, 13.41h
Heute habe ich die Hauptprobe des Weihnachtstheaters der Altra Schaffhausen mit der Kamera begleitet. Thomas, einer der Hauptdarsteller, nutzt einen kurzen Moment vor dem Start der Probe für ein Selfie. Für mich ein perfekter Moment, um ein Bild zu machen, wie er ein Bild macht. Die Farben seines Kostüms passen perfekt zu den roten Stühlen des leeren Stadttheaters in Schaffhausen (eine wunderschöne Location). Morgen werden die Ränge voll sein, und ich freu mich bereits auf die Aufführung.
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/50sec, f 2.0, 500 ISO
Mittwoch, 18. Dezember, 12.21h
Die resilienten Tomaten: Ein paar kleine, freche Cherrytomaten haben sich der Ernte durch meine Frau Ursula entzogen. Und obwohl der Tomatenstrauch schon längst verblüht ist, präsentieren sich die fünf kleinen Frechdachse in schönster Pracht. Nun weiss ich nicht, ob ich sie noch ernten oder weiterhin am Strauch hängen lassen soll 😉. Die Aufnahme habe ich mit fast voll offener Blende realisiert, um den Hiintergrund unscharf abzubilden.
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/800sec, f 2.5, 200 ISO
Dienstag, 17. Dezember, 09.03h
Ursula hat gestern nochmals Plätzchen gebacken, und um Platz zu schaffen, hat sie zwei Eierbecher verkehrt in eine Aluschale gelegt. Ich mit meiner Phantasie hab darin ein Gesicht gesehen – besonders, als ich dann noch einen Lauchstängel darunterlegte. Das Stilleben erinnert mich ein wenig an WALL-E den liebenswerten Roboter aus dem gleichnamigen Film.
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/40sec, f 6.3, 200 ISO
Montag, 16. Dezember, 11.47h
Kleiner Tipp für die Festtage: Bearbeite ältere Bilder mal mit neueren Programmversionen. Ich mach das gerade mit Fotos, die ich vor einigen Jahren in Indien realisiert habe und entdecke, dass ich gerade mit den Maskiertechniken von Lightroom noch viel Feinheiten aus den Daten herausholen kann. Die Prints zeigen: Es lohnt sich! Vielleicht poste ich die Resultate im neuen Jahr.
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/100sec, f 2.0, 200 ISO
Sonntag, 15. Dezember, 13.29h
Schaffhausen ist wohl die einzige Stadt, die umhäkelte Wasserabflussrohre hat. Zumindest eine … Und dann könnte es sein, dass eine Partygängerin einen Schuh vermisst. Auf jeden Fall hat jemand liebevoll einen Schuh auf den Briefkasten gestellt, damit er gut sichtbar ist, wenn die Person, die ihn vermisst, zurückkommt. In Lightroom habe ich dem Bild noch einen passenden Vintage-Effekt verpasst.
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/60sec, f 2.0, 200 ISO
Samstag, 14. Dezember, 9.15h
Ich liebe es, am Samstagmorgen in der schönen Schaffhauser Altstadt einzukaufen. Einer meiner Lieblingsläden ist definitiv Daniele Gaumenschmaus: italienische Spezialitäten vom Allerfeinsten und die beste Salami der Stadt. Marco Peruch, Chef in zweiter Generation, ist auch Fotoenthusiast, und wenn es die Zeit erlaubt, fachsimpeln wir ein wenig über die Fotografie. Heute habe ich ihn gefragt, ob er Model stehen würde für mein Dezember-Experiment – was er selbstverständlich gerne gemacht hat, denn er und das ganze Team sind immer super herzlich.
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/125sec, f 2.0, 200 ISO
Freitag, 13. Dezember, 19.29h
Es ist Glühwein- und – hier in der Schweiz – natürlich Fonduezeit. Kein spektaktuläres Bild an und für sich, aber wie schön ist es doch, Freunde zu haben, mit denen man sich um ein Feuer schart, Gespräche hat und ein feines Fondue geniessen kann. Und ganz nebenbei sei vermerkt, was uns die Fotoindustrie für tolle Apparate zur Verfügung stellt, mit denen man lediglich mit dem Schein des Feuers tolle Aufnahmen ohne Blitz realisieren kann …
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/25sec, f 2.0, 5000 ISO
Donnerstag, 12. Dezember, 17.08h
Der Feuerjongleur war der unbestrittene Höhepunkt am Weihnachtsmarkt in Stein am Rhein. Alle waren begeistert, inklusive mir. Ich wählte eine etwas längere Verschlusszeit, um die Dynamik der fliegenden Fackeln zu zeigen und gleichzeitig das Gesicht des Jongleurs einigermassen scharf hinzukriegen. Und dann sollte der Jongleur noch relaxed aussehen 😉. Dafür sind immer Aufnahmeserien nötig. Hier mein Favoritenbild.
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/40 sec, f 2.8, 1600 ISO
Mittwoch, 11. Dezember, 09.45h
«Don’t crack under pressure» – dieser Werbeslogan kam mir in den Sinn, als mir diese Wäscheklammer gestern abend in der Hand zerbrach. Viele Menschen sind aber unter dem Druck ihrer Lebensumstände zerbrochen, und gerade in der Weihnachtszeit ist es oft schwer für sie. Lasst uns ein offenes Ohr füreinander haben und denen Anteilnahme zeigen, die ein zerbrochenes Herz haben. Und wenn Du ein zerbrochenes Herz hast (und glaub mir, ich weiss, wie das ist), dann such Hilfe, sprich mit jemandem, zu dem Du Vertrauen hast. Und wenn Du kannst, dann such Gottes Nähe, wie er unsere Nähe gesucht hat. Daran denken wir an Weihnachten.
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/1000 sec, f 2.0, 200 ISO
Dienstag, 10. Dezember, 16.35h
Es ist immer eine grosse Ehre, wenn jemand einen gerahmten Fineartprint bestellt. Und wenn es gleich drei sind, dann ist das grandios. Danke David für den tollen Auftrag und danke Dani Arnold, dass Ihr die Bilder top rahmen werdet. Im Foto seht Ihr, wie David und Dani die Bilder anschauen und diskutieren, wie wir sie rahmen werden. Jedes Bild ist eine Individual-Anfertigung und Du kannst jedes Foto von als Limited Finartprint erwerben.
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/80 sec, f 8.0, 2500 ISO
Montag, 9. Dezember, 13.04h
So, das Plätzchen-Backprojekt ist abgeschlossen. Und ich möchte Euch nicht den Speck – pardon: die Plätzchen – durch den Mund ziehen (ein Sprichwort, dass wir im deutschen Sprachgebraucht verwenden und das Du sicher verstehst), aber doch ein Foto mit den stylishen Boxen teilen, die Ursula gefüllt hat.
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/80 sec, f 2.0, 400 ISO
Sonntag, 8. Dezember, 11.43h
Die Plätzchenproduktion in unserem Haus ist immer noch in vollem Gang. Der Zitronenduft hat mich in die Backstube gelockt und liess mich ein Bild von der Zitronenreibe realisieren. Ich find es faszinierend, wenn man die Gebrauchsspuren an einem Instrument sieht – ganz zu schweigen von den kleinen Krümeln der Zitronenschalen, deren Gelb ich in Lightroom noch verstärkt habe.
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/15 sec, f 7.1, 400 ISO
Samstag, 7. Dezember, 13.28h
Man kann sich über den Regen ärgern oder sich daran freuen, wie er schöne Kreise aufs Wasser zeichnet. Dem Blässhuhn scheint der Regen auf jeden Fall nichts auszumachen. Und die silbernen Wassertropfen auf dem schwarzen Gefieder sind auch sehr fotogen.
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/1000 sec, f 7.1, 3200 ISO
Freitag, 6. Dezember, 09.52h
Beim Fotografieren geht es immer um das Licht und seine Reflektionen. Heute morgen beim Kaffeemachen hat die Sonne für einen Augenblick das Sieb unserer Zuriga zum Leuchten gebracht. Diesen flüchtigen Moment habe ich festgehalten. Ein paar Minuten später verschwand die Sonne hinter den Wolken – und ich war am Geniessen meines Cappuccinos 😉.
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/1600 sec, f 9, 250 ISO
Donnerstag, 5. Dezember, 12.53h
Beim Mittagessen ist mir das umgeknickte Blütenblatt dieser verwelkenden Blume aufgefallen, das im Gegenlicht leuchtet. Ich habe ein halbtransparentes Backpapier hinter der Blüte aufs Fenster geklebt, das Foto realisiert und in Lightroom den Vintage-Look erzeugt. Fast ein Gemälde. Leider bin ich der Botanik sehr schwach bewandert, und kann Euch nicht sagen, wie die Pflanze heisst, aber vielleicht jemand von Euch?
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/50 sec, f 7.1, 500 ISO
Mittwoch, 4. Dezember, 11.40h
Abstrakte Bilder, bei denen man auf den ersten Blick weder den Abbildungsmassstab sieht, noch gleich erfassen kann, was es ist, finde ich immer besonders faszinierend. Wie bei diesem Bild. Ist es ein Wellenspiel? Sind es Landschaftsformen? Nein – es ist ein Ausschnit aus der wunderschönen Totem-Leuchte von Steve Lechot, die bei uns im Wohnzimmer steht. Das Lichtspiel der einzelnen Blätter, aus der die Lampe besteht, fasziniert mich immer wieder. Und natürlich wirkt das Bild in Schwarzweiss besonders. Ich habe bewusst unterbelichtet, um das volle Spektrum von Schwarz bis Weiss auszuschöpfen.
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/250 sec, f 10, 200 ISO
Dienstag, 3. Dezember, 09.42h
Nochmals ein Bild von süssen Leckereien, dieses Mal aber von einem ganz besonderen Kuchen: Es ist eine «Schokoladenbomb»e, die Ursula immer nur an einem Tag im Jahr bäckt – an meinem Geburtstag. Der Kuchen ist so lecker, dass ich mir jedes Mal wünsche, ich hätte mehr als einmal im Jahr Geburtstag … 😉
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/80 sec, f 2.2, 640 ISO
Montag, 2. Dezember, 15.44h
Ihr sollt ja nicht nur die Plätzchen sehen, sondern auch die Meisterbäckerin 😉. Deshalb hier ein Foto von meiner Frau Ursula in Aktion. Obwohl sie nicht ganz fit ist, müssen die Plätzchen weiterverarbeitet werden …
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/100 sec, f 6.3, 4000 ISO
Sonntag, 1. Dezember, 15.02h
Meine Frau Ursula ist seit gestern daran, Weihnachtsplätzchen zu backen. Das nimmt meist grosse Ausmasse an, und der Prozess bietet ganz viele fotografische Möglichkeiten. Hier mein Lieblingsbild von heute: das Meer aus Schokolade.
Leica SL3 mit APO Summicron 1:2/50mm ASPH, 1/40 sec, f 9, 4000 ISO
40 Jahre BESJ-Unihockey-Club Schaffhausen
Ich staunte nicht schlecht, als kürzlich eine Einladung ins Haus flatterte: «Lieber Peter, der von Dir gegründete BESJ-Unihockey-Club Schaffhausen feiert sein 40-jähriges Bestehen. Du bis herzlich an die Feier eingeladen. Bitte Unihockeystock und Turnzeug mitbringen.» Da geht einem dann so einiges durch den Kopf …
Ich staunte nicht schlecht, als kürzlich eine Einladung ins Haus flatterte:
Lieber Peter, der von Dir gegründete BESJ-Unihockey-Club Schaffhausen feiert sein 40-jähriges Bestehen. Du bist herzlich an die Feier eingeladen. Bitte Unihockeystock und Turnzeug mitbringen …
Da geht einem dann so einiges durch den Kopf:
Wow, ja das war eine tolle Zeit.
Bin ich schon so alt, dass ich vor 40 Jahren einen Unihockeyclub gegründet habe?
Treffe ich überhaupt noch einen Ball?
Ich freue mich auf die Feier und hoffe, viele alte und neue Freunde zu treffen.
Die Party wurde von meinen Neffen, meiner Nichte und ihren Freunden toll organisiert. Es gab ein Interview mit dem Gründer (mir ;-)). Die Fragen hat mein Neffe Nicola gestellt. Danach wurde natürlich viel gespielt. Und ja, ich habe auch noch den einen oder anderen Ball getroffen ;-).
Alle Trainer, die den Verein in den 40 Jahren trainiert haben, mussten sich anschließend einem intensiven Wettbewerb stellen. Na ja, immerhin wurde ich Zweiter hinter der jetzigen Trainerin, meiner Nichte Angela. Aber nur, weil ich tolle Teammitglieder hatte, die ich mit meinem Coaching zu Höchstleistungen motivieren konnte.
Toll zu sehen, dass sich auch heute noch viele junge Menschen als Trainerinnen und Trainer engagieren, die Kids Spass haben und über den Sport wichtige Dinge fürs Leben lernen können. Ein grosses Dankeschön an meine Schwester Gisela, ihren Mann Edi und ihre Kids Angela, Marco und Nicola, die das Unihockey im Blut haben und den Club nach meinem Abschied mit viel Elan weitergeführt haben. Danke auch an alle anderen Trainer und die Trainerin, die den Verein nach meinem Rücktritt weitergeführt haben. Unihockey ist wohl immer noch eine Randsportart, hat sich aber in den letzten Jahren enorm entwickelt. Die Sportart nennt sich heute «Floorball», und es gibt mittlerweile auch Spiele, die im Fernsehen übertragen werden.
Ein grosses Merci auch an meine Frau Ursula, die den Event mit der Kamera dokumentiert hat.
Kinderwoche 2024
Eines der Highlights im Dorf: die Kinderwoche der reformierten Kirche Thayngen. Wir spielen jeden Tag einige Impressionen der bereits legendären Theateraufführungen auf.
Definitiv ein Highlight im Dorfleben ist die Kinderwoche der reformierten Kirche Thayngen. Auch dieses Jahr sind viele Helferinnen und Helfer im Einsatz – hinter den Kulissen oder auf der Bühne. Die Kids gehen voll mit, besonders beim Theater, das dieses Jahr unter dem Thema «Sternstunden mit Abraham» steht.
Wir spielen jeden Tag einige Impressionen auf.
26. April
25. April
24. April
23. April
Leica SL3 – ein erster Erfahrungsbericht
Bereits im November waren mein Freund Christian Habermeier und ich mit der Leica SL3 unterwegs. Wir haben das Vorserienmodell einem echten Härtetest bei den Kaltwassersurfern in Island unterzogen.
Letzten November, als die Gerüchteküche noch gar nichts Genaues zu berichten wusste, waren mein Freund Christian Habermeier und ich in Island unterwegs. Mit im Gepäck waren zwei Leica SL3 aus der Vorserie. Wir wollten die Kamera auf Herz und Nieren testen und sie ein wenig ans Limit treiben. Die Kaltwassersurfer von Island schienen uns dafür ein geniales Projekt zu sein. Und so standen wir dann eines frühen Morgens bei minus 7 Grad Celsius im Norden Islands mit klammen Fingern und schauten zu, wie sich die Surfer begeistert und offenbar immun gegen die Kälte in ihre Neoprens zwangen.
Tough guys. Leica SL3, 1/320 sec., f 1.4, 320 ISO, Summilux-SL 1.4/50 mm. Bildbearbeitung und sw-Umwandlung in Lightroom
Eingeführt in die Szene der Kaltwassersurfer hat uns Elli Thor, der nicht nur ein sehr guter Surfer, sondern auch ein hervorragender Fotograf ist. Ein Blick auf seine Homepage lohnt sich sehr, und wenn Du mal ein Film- oder Fotoprojekt in Island umsetzen willst und einen lokalen Fotografen/Filmer benötigst, ist Elli sicher eine top Adresse.
Elli. Leica SL3, 1/200 sec., f 2.2, 250 ISO, Apo-Summicron SL 2.0/90 mm. Bildbearbeitung und sw-Umwandlung in Lightroom
Was sind die wesentlichen Unterschiede zwischen SL2 und SL3
Was bringt die SL3 im Vergleich zur SL2? Diese Punkte sprechen meines Erachtens für das neueste Modell der SL-Serie:
Klappbarer Screen. Leica hat sich lange geweigert, den Screen klappbar zu machen. Jetzt ist er da in der Stabilität, die Leica wichtig ist
Hoch auflösender Sensor mit 60 Mpx mit der Möglichkeit, die Bilder sowohl in RAW als in JPG in drei Auflösungsstufen aufzunehmen. Dynamikumfang und Rauschverhalten wurden im Vergleich zur SL2 nochmals verbessert
Schnellere Bildfolgen (bis 15 Bilder/Sekunde)
Verbesserter Autofokus im Vergleich zur SL2
Gehäuse etwas kleiner, aber nicht so klein wie die Gehäuse von anderen Anbietern, die meines Erachtens nicht mehr gut in der Hand liegen, weil sie zumindest für mich zu klein sind
Video in 8K
Das bisher schon geniale Bedienungskonzept und die Menuführung wurden nochmals verbessert
Elli und seine Frau Rachel. Dieses Bild wäre ohne klappbaren Screen so nicht möglich gewesen, weil ich die Kamera knapp über die Wasseroberfläche gehalten habe. Leica SL3, 1/250 sec, f 4.5, 2500 ISO, Leica Vario Elmarit SL 2.8-4.0/24-90mm auf 56 mm. Bildbearbeitung und sw-Umwandlung in Lightroom
Wie arbeitet es sich mit der SL3
Unerreicht genial: das Bedienkonzept der Leica SL3 (Pressefoto Leica)
Die Kamera stellt sich ganz in den Dienst der Fotografin/des Fotografen
Was ich an der Leica SL-Serie so schätze, ist die Tatsache, dass sich die Kamera ganz in den Dienst der Fotografin / des Fotografen stellt. Nicht viele fancy Knöpchen und Hebelchen, sondern eine Konzentration auf das Wesentliche. Das Interface auf dem Screen ist meines Erachtens schneller und intuitiver zu bedienen als viele verschiedenen Hebel und Knöpfe. Mein Freund Christian, der vor unserer Reise nur mit der S3 arbeitete und die SL-Kameras nicht kannte, meinte anerkennend: «Nach einer halben Stunde hat man die Kamera im Griff. Es ist alles logisch aufgebaut.» Sehr gefreut hat mich, dass die Leica-Entwickler der SL3 ein drittes Rad spendiert haben. So kann man Verschlusszeit, Blende und ISO je mit einem separaten Rad verstellen, ohne dass man vorher irgendwelche Knöpfe drücken muss. Etwas gewöhnungsbedürftig war für mich am Anfang der neue On-/Off-Schalter, aber mit der Möglickeit, die Kamera in Standby zu versetzen, gewinnt man Zeit beim Anschalten der Kamera. Sie ist aus dem Standby-Modus heraus blitzschnell arbeitsbereit.
Die SL3 ist hart im Nehmen
Wir waren bei minus 7 Grad unterwegs, und die SL3 hat auch den einen oder anderen Wasserspritzer abbekommen. Doch sie hat immer perfekt und klaglos funktioniert. Ich hatte mit Kameramodellen anderer Marken immer wieder mal Aussetzer bei extremen Wetterbedingungen, die Kameras der SL-Serie haben immer klaglos funktioniert. Für mich ist die Zuverlässigkeit einer Kamera ein wesentliches Kriterium für den Kaufentscheid.
Die Objektive sind ein Traum
Für mich sind die SL-Objektive – und zwar diejenigen, die in Wetzlar produziert werden – traumhaft gut. Die drei SL-Zooms 16–35mm, 24–90mm und 90–280mm sind meines Erachtens die besten Zooms für Vollformatkameras auf dem Markt. Ich finde, dass sie einen Qualitätslevel haben, den andere Systeme nur mit Fixbrennweiten erreichen. Die Festbrennweitenserie zur SL mit Lichtstärke 2.0 (21/24/28/35/50 und 90 mm) sind so unglaublich gut, dass man im Zusammenspiel mit dem 60 Mpx-Sensor nahezu auf Mittelformat-Level arbeiten kann. Ich habe das SL 2.0/35 und das 2.0/90mm, und ich arbeite unglaublich gerne mit diesen beiden Objektiven. Dank der L-Mount-Alliance lassen sich auch Objektive von Panasonic und Sigma an die SL3 anschliessen, wobei ich – wie oben bereits erwähnt – die Original-Leica-SL-Objektive bevorzuge. Das ist aber, ich gebe es zu, eine Kostenfrage.
Das Farbmanagement gefällt mir
Bei anderen Kameraherstellern empfinde ich die Farben oft etwas übersteuert. Die Leica-Kameras sind diesbezüglich zurückhaltender eingestellt. Natürlich lässt sich einiges in der Postproduction korrigieren, aber je näher die Farben an meinem optimalen Empfinden sind, desto weniger Zeit muss ich in die Bildbearbeitung stecken.
Eine besondere Funktion für die Architekturfotografie
Zuerst bei der Leica M-Serie eingeführt, ist die automatische Perspektivenkorrektur seit der SL2 auch in der SL-Serie verfügbar. Leica gibt bei aktivierter Perspektivenkorrektur jedem Bild die Informationen mit, um die stürzenden Linien in der Postproduction mit Lightroom mit einem Knopfdruck zu korrigieren. Wenn Du in RAW fotografierst, hast Du dann sowohl ein unkorrigiertes Bild als auch mit dem einen Knopfdruck ein perfekt korrigiertes Bild, bei dem alle stürzenden Linien absolut gerade sind. Ich hatte immer den Eindruck, dass die Perspektivenkorrektur in Lightroom nicht ganz 100%ig funktioniert. Die Leica-Perspektivenkorrektur ist meines Erachtens besser.
Gibt es etwas, das gegen die SL3 spricht?
In meinen Workshops lasse ich die Teilnehmenden immer wieder mal mit meiner SL2 fotografieren. Es herrscht grosse Einigkeit: Das Bedienungskonzept und die Bildqualität sind top of the notch. Natürlich ist Leica nicht günstig, und nicht jedermann und jedefrau ist bereit oder in der Lage, so viel Geld in ein Kamerasystem zu investieren – auch wenn sich alle einig sind, dass die hochwertigen Materialien und das durchdachte Bedienungskonzept das Geld wert sind. Ein Kritikpunkt kommt hie und da von meinen «Testern»: Kamera und Objektive sind schwerer als die Modelle der Mitbewerber. Hier zahlt man quasi einen Preis für die Robustheit des Systems, und jede Person muss individuell abwägen, ob sie/er bereit ist, das Mehr an Gewicht für ein Plus an Robustheit in Kauf zu nehmen.
Und der Autofokus?
In praktisch allen Testberichten und Foren war/ist zu lesen, dass der Autofokus der Leica SL2 im Vergleich zu den Konkurrenzmodellen in der Performance hinterherhinkt. Das ist so korrekt. Der Autofokus der SL3 ist nun wesentlich verbessert worden, und das Eye-Tracking funktioniert tadellos. Ich will aber nicht verschweigen, dass sich die SL3 in punkto Autofokus bei extrem schnellen Sportarten von Kameras wie z.B. einer Sony a1 geschlagen geben muss. Gut möglich, dass Leica über Firmwareupgrades die AF-Performance noch verbessern kann, aber wer Formel 1 oder andere schnelle Sportarten fotografiert, ist unter Umständen mit einer Kamera wie der Sony a1 besser bedient. In «normalen» Situationen und auch bei Sportarten, die nicht ultraschnell ablaufen, ist die SL3 ein wunderbares Werkzeug. Beim Filmen ist bei unserem Preproduction-Modell der Autofokus nicht ganz problemlos gewesen. Gut möglich, dass das beim Serienmodell jetzt besser ist. Wer manuell fokussiert beim Filmen, hat mit der SL3 aber eine Kamera, die sehr schöne Videofiles mit – wie bereits erwähnt – bis zu 8K liefert. Für die Filmer ebenfalls interessant ist meines Erachtens, dass man verschiedene Profile zum Filmen anlegen kann. Hat man das einmal gemacht, kann man blitzschnell zwischen verschiedenen Filmsettings hin- und herwechseln. Ich habe ein “normales” Profil mit 4K 30fps, eines mit 4K 60fps, ein 8K- und ein Slomo-Profil angelegt. Das Hin- und Herwechseln beim Arbeiten geht dann blitzschnell.
Der Autofokus der SL3 ist im Vergleich zur SL2 wesentlich verbessert worden. Leica SL3, 1/1000 sec, f 6.3, 3200 ISO, Sigma 100–400mm 5–6.3 DG DN OS auf 288 mm
Eine kleine Bildgalerie von den Kaltwassersurfern
Und zum Schluss noch ein kleiner Movie
Besonders um die schnellen Bildfolgen zu visualiseren, habe ich noch einen kleinen Filmclip zusammengestellt. Alle Stills sind mit der SL3 entstanden. Viel Spass beim Eintauchen in die Welt der Kaltwassersurfer.
Special thanks to Elli Thor and his friends. It was an honour to be out and about with you. © aller Bilder und Videoclips by Christian Habermeier und Peter Schäublin.
And the winners are …
Das Voting für das Cover des SAH-Jahresmagazin ist abgeschlossen. Das sind die Resultate und die Gewinner …
Herzlichen Dank an alle, die am Voting für das Cover des neuen SAH-Jahresmagazins teilgenommen haben. Wir haben uns über die vielen Teilnehmenden und die Feedbacks gefreut. Alle drei Cover haben Stimmen erhalten, doch es gab ein Entwurf, der sich als klarer Favorit der Votenden herauskristallisierte. Hier das Resultat der Abstimmung:
Variante 1 // 24.7%
Variante 2 // 64.9%
Variante 3 // 10.4%
And the winners are
Die Gewinnerin des essKultur-Gutscheins über CHF 30 ist Doris Gamper
Der Gewinner des essKultur-Gutscheins über CHF 20 ist Hermann Augustin
Herzliche Gratulation an die beiden Gewinner und nochmals ein grosses Dankeschön an alle, die gevotet haben. Falls Du nichts gewonnen hast, dann lass Dich nicht entmutigen und mach beim nächsten Voting mit. Die Chancen auf einen Gewinn in einem 720-Grad-Voting sind massiv höher als in den meisten anderen Wettbewerben und Verlosungen ;-).
Die neue Munotbrücke
42 Firmen haben Ideen für die neue Munotbrücke eingereicht. Eine Firma hatte eine ganz besondere Idee, nämlich die Brücke mit einer Verspiegelung quasi unsichtbar zu machen. Wir durften die fotografische Umsetzung für den Wettbewerb realisieren …
42 Firmen haben am Ideenwettbewerb für eine neue Brücke über den Munotgraben teilgenommen. Ausgeschrieben wurde er von der Stadt Schaffhausen. Einer dieser 42 Wettbewerbsteilnehmenden ist die Firma IHT aus Schaffhausen. Markus Zimmerman, Joshua Krebs und das IHT-Team hatten die revolutionäre Idee, eine Brücke zu bauen, die eigentlich gar keine ist – weil man sie fast nicht sieht. Erreichen kann man das, indem man die Brücke mit Spiegeln verkleidet. Doch wie kann man das für die Wettbewerbseingabe visualisieren?
Software für 3D-Visualisierungen gibt es in der Architekturwelt genügend. Sie erzeugen verblüffend echte Bilder von Gebäuden, Brücken oder ähnlichen Bauwerken, die noch gar nicht existieren. Doch in diesem Fall lag die Herausforderung darin zu zeigen, dass die Brücke durch die Verspiegelung tatsächlich fast unsichtbar wird. Doch wie kann man eine Spiegelung softwaremässig so simulieren, dass sie den Tatsachen entspricht? Das ist eher schwierig. In diesem Fall kommt man mit etwas handwerklichem Aufwand und Photoshop weiter:
Das IHT-Team hatte die Idee, ein zwei Meter breites Spiegelmodul so zu bauen, dass man es an der bestehenden Munotbrücke einklinken und verschieben kann. Zusammen mit der Firma Natürlich Meister Holzart aus Thayngen haben die IHT-Mitarbeiter das umgesetzt. Ebenfalls involviert in die Planung waren die Dost Architektur GmbH, Schaffhausen und der Verein «Lernende Bauen Zukunft», Schaffhausen. Und so stand ich eines Morgens mit Kamera und Stativ beim Munot, um das Modul zu fotografieren: Die IHT-ler haben die Spiegeleinheit eingehängt und von Aufnahme zu Aufnahme jeweils um knapp zwei Meter verschoben. Danach hatte ich passergenaue Einzelbilder, die ich in Photoshop zusammenmontierte und die leichten Versätze retuschierte.
Das Ganze habe ich von drei verschiedenen Positionen aufgenommen um zu zeigen, dass der gewünschte Effekt nicht etwa nur aus einem bestimmten Blickwinkel funktioniert, sondern dass die Illusion der verschwindenen Brücke aus allen Blickwinkeln Tatsache ist. Das ganze Team hat sich mächtig ins Zeug gelegt:
Das Endresultat
Nach dem sorgfältigen Zusammensetzen der Einzelbilder sind drei Bildmontagen entstanden, die die Wirkung der Spiegelbrücke nicht simulieren, sondern in echt visualisieren (für vergrösserte Ansicht auf die Bilder klicken):
Bei dem einen Bild, das IHT dann für den Wettbewerb eingereicht hat, haben wir noch virtuell einen filigranen Stahlrahmen in Anthrazit konstruiert und kleine Unsauberkeiten ausgemerzt. Ebenfalls haben wir feine Rippen in die Spiegel eingezogen. Dies, damit die Vögel nicht in die Brücke hineinfliegen. Dieser Punkt war sehr wichtig und wurde vorher mit Experten zusammen getestet. Das Resultat ist faszinierend – die Brücke, die (k)eine ist:
Gewonnen hat das Projekt leider nicht. Man hat sich für eine eher konventionelle Lösung einer filigranen Brücke entschieden. Wir finden die Idee der Spiegelbrücke bestechend. Es wäre tatsächlich mal etwas ganz Neues und ein bisschen Freches gewesen.
Voten und gewinnen
Vote bis am 3. März und gewinne einen von zwei Gutscheinen der esskultur: Welches Cover wäre Dein Favorit?
Das SAH Schaffhausen leistet Grossartiges bei der Integration von Flüchtlingen. Jedes Jahr dürfen wir ein Magazin gestalten, in dem das SAH über seine Arbeit berichtet. In Interviews und Beiträgen erfahren die Leserinnen und Leser zudem etwas über die Lebenswege der Menschen, die flüchten mussten. Nun sind wir daran, diese Publikation einem sanften Redesign zu unterziehen.
Und das ist Deine Chance, einen von zwei Gutscheinen der essKultur zu gewinnen:
Das Magazin heisst neu «Courage» und wird im Gegensatz zu den bisherigen Ausgaben, die kein Foto auf dem Cover hatten, neu mit einem Foto auf der Titelseite erscheinen. Da in dieser Ausgabe eine Reportage über zwei SAH-Teilnehmende in ihren Sportclubs erscheint, bietet sich ein Foto aus einer dieser Reportagen als Titelbild an. Wir haben den Box-Club Schaffhausen besucht, wo Nasib trainiert und den Tischtennisclub Neuhausen, wo Nathalia trainiert. Drei mögliche Covervarianten stehen zur Auswahl.
Vote bis am 3. März, welches Cover Dich am meisten motivieren würde, das SAH-Magazin in die Hand zu nehmen und durchzublättern. Unter allen Teilnehmenden verlosen wir einen Gutschein der essKultur im Wert von CHF 30 und einen Gutschein im Wert von CHF 20, gestiftet vom SAH Schaffhausen.
Das sind die drei Covervarianten:
Variante 1
Variante 2
Variante 3
Und hier kannst Du voten:
Ich würde folgende Covervariante wählen:
Einmal auf der anderen Seite der Kamera
Einmal auf der anderen Seite der Kamera: Toller Bericht des Fensters zum Sonntag über uns zum Thema «Entdeckung der Langsamkeit» und unser neues «Silence»-Buch
Ursula und ich haben nicht schlecht gestaunt, als das Fenster zum Sonntag uns angefragt hat, ob sie eine kleine Filmreportage über Ursula und mich zum Thema «Entdeckung der Langsamkeit» machen dürfen. Auslöser für die Anfrage war unser Silence-Buch, das ja die Stille und damit auch das Ausklinken aus dem hektischen Alltag als Thema in sich trägt.
Wir würden uns nicht gerade als Meister im Freischaufeln von zeitlichen Räumen der Langsamkeit bezeichnen. Doch die Wichtigkeit dieser Auszeiten ist uns sehr bewusst. Und wir sind am Üben, uns immer wieder Auszeiten zu nehmen. Denn so paradox es tönen mag: Gerade in den Zeiten der Stille geschieht sehr viel. Innere Prozesse laufen ab, wichtige Gedanken bekommen Raum, Unverarbeitetes wird präsent und kann be- und verarbeitet werden. Neue Ideen ploppen vor unseren inneren Augen auf.
Die Filmcrew hat uns bei Schneetreiben in unserer kleinen Alphütte besucht. Das war logistisch etwas herausfordernd, doch Christof, Piet und Michi haben das aber super gemeistert und einen tollen Beitrag gedreht. In den Randzeiten war Raum für tolle Gespräche, und es war auch eine spannende Erfahrung, mal auf der anderen Seite der Kamera zu sein ;-).
Alle, die den Beitrag auf SRF verpasst haben, können ihn hier ab der Youtube-Plattform des Fensters zum Sonntag nachschauen:
Und falls Du gerne eines der auf 299 Ex. limitierten «Silence»-Bücher erwerben willst, kannst Du Dein Exemplar im Online-Shop bestellen. Hier ein kleiner Blick ins Buch:








Schaffhuuse zeigt Herz
Wenn Raúl Bobadilla für einmal nicht Fussball spielt, sondern im Stil eines Top Handballers zum Wurf ansetzt, dann ist es Zeit für das Benefiz-Spiel «Schaffhuuse zeigt Herz». Impressionen vom Spiel.
Wenn Raúl Bobadilla für einmal nicht Fussball spielt, sondern im Stil eines Top Handballers zum Wurf ansetzt, dann ist es Zeit für das Benefiz-Spiel «Schaffhuuse zeigt Herz»: Der FC Schaffhausen spielt gegen die Kadetten Schaffhausen. Eine Halbzeit lang wird Fussball gespielt und eine Halbzeit lang Handball. Da ist auch viel Show und Spass mit dabei, und das Publikum kommt voll auf seine Rechnung, weil die Stars mit viel Humor agieren.
Der Anlass wurde bereits zum zweiten Mal durchgeführt. Der Erlös wird jeweils für einen guten Zweck gespendet – dieses Jahr für das Lindli Huus. Als Fotograf fürs Lindli Huus war ich dann auch hautnah dabei. Hier ein paar Impressionen von diesem tollen Event, der hoffentlich auch nächstes Jahr wieder durchgeführt wird.
KI zweite Runde
KI-unterstütztes Generieren von KI-Bildern …
In meinem ersten Artikel habe ich mir Gedanken über die Faszination und die Gefahren von KI-generierten Bildern gemacht. Nun habe ich ein kleines Experiment gestartet, um via KI bessere KI-Bilder zu erzeugen. Das tönt zuerst mal etwas schräg. Es geht so:
Um ein Bild via KI zu generieren, muss man einen Bildbeschrieb formulieren – den sogenannten «Prompt». Bei Midjourney, der Plattform, auf der ich meine Prompts eingebe, habe ich folgenden Text formuliert (mit Englisch erzielt man bessere Ergebnisse):
Photograph of old buses in a busstation with a woman sitting in one of the buses looking out of the window with waterdrops on the window. The woman has black hair and a face with a sad expression, industrial area, night, cold colors except inside the bus with the woman, the photograph should look like a painting of edward hopper but ultrarealistic. The picture is taken from outside the bus. In the picture you can see the whole bus and other buses in the background. drone shot on dji mavic 3.
Aus diesem Text hat Midjourney vier Bilder generiert:
Optisch ansprechende Resultate, aber sie entsprechen nicht meiner Intention. Also habe ich die KI zur Hilfe gezogen und habe Copilot von Microsoft (vielen Dank Jannik für die Einführung) gebeten, aus meinem Text eine ausführlichere Variante mit zehn Sätzen zu formulieren. Heraus kam folgender Text:
The photograph is an overview of an old bus station taken from outside the bus. The station is located in an industrial area and the photograph was taken at night. The photograph has a cold color palette except for the inside of the bus where the woman is sitting. The woman has black hair and a sad expression on her face. She is sitting in one of the buses and looking out of the window. The window has water droplets on it, which adds to the melancholic mood of the photograph. The photograph is taken from a drone using a DJI Mavic 3. The photograph is ultra-realistic and looks like a painting by Edward Hopper. The photograph captures the whole bus and other buses in the background. The photograph is a stunning example of how a photograph can capture the mood of a place and the emotions of a person.
Mit diesem Beschrieb hat Midjourney neue, andere Bilder generiert:
Ich habe noch einmal einen Anlauf genommen:
The photograph is an overview of an old bus station taken from an aerial perspective. There are five busses in the busstation which is located in an industrial area and the photograph was taken at a rainy night. All buses are empty, except one bus in which a lady is sitting inside the bus. The photograph has a cold color palette except for the inside of the one bus where the woman is sitting and looking out of the window. The window has water droplets on it, which adds to the melancholic mood of the photograph. In this one bus, a warm light enlights the inside of the bus. The woman has black hair and a sad expression on her face. The photograph is taken from a drone using a DJI Mavic 3. The photograph is ultra-realistic andhas a style like an Edward Hopper painting.
Nun kam die Busstation besser raus, aber die Szene war von so weit weg dargestellt, dass die einzelne Person nicht mehr sichtbar ist:
Ich habe den Gedanken der Luftaufnahme aufgegeben und zusammen mit Copilot einen neuen Text formuliert:
The photograph is an ultra-photorealistic image captured with a Leica M camera and a 21mm lens. The photograph is a strong wide-angle shot that captures the entire bus station. In the foreground, you can see a bus that is illuminated from the inside. A young woman with black hair is sitting at a window in the middle of the bus, looking sadly out of the window. The photograph was taken during the blue hour, which gives the photograph a cool color palette. However, the interior of the bus where the woman is sitting is bathed in warm light, creating a stark contrast with the cool colors outside. In the background, you can see other buses parked in the bus station. They are all empty, and no other person can be seen in the whole picture except for the one woman sitting in the illuminated bus. It is raining, and you can see drops of water on the windows of the buses.
Hier das neue Resultat:
Immer noch nicht, was ich mir vorgestellt habe vor meinem inneren Auge, aber besser. Das Bild unten rechts hat mir am besten gefallen, und ich habe in Midjourney vier Varianten dieses Fotos generieren lassen:
Wirklich gelungen ist mir die Umsetzung dessen, was ich vor meinem inneren Auge hatte nicht. Das Bild unten trifft zumindest die Stimmung, die ich mir vorstellte, einigermassen:
Nachtrag
Gerade ist Midjourney upgedatet worden, und Version 6.0 ist jetzt online. Mit dieser Version ist es mir zum ersten Mal gelungen, ein Bild zu generieren, das viel näher an meinem Textbeschrieb ist. Vor allem ist jetzt vom System korrekt erfasst worden, dass das Bild von ausserhalb des Busses realisiert worden ist. Die Technologie macht rasante Fortschritte, und in wenigen Monaten werden wir noch akkuratere Resultate sehen.
Der Papst und der Dalai Lama beim Kaffeetrinken ...
… oder: Traue keinem Bild, das Du nicht selbst generiert hast.
Was schon lange gilt, weil man mit Photoshop bereits seit geraumer Zeit Bilder manipulieren kann, wird mit KI noch offensichtlicher: Traue keinem Bild, das du nicht selbst gefälscht hast. Deshalb sei es gleich hier am Anfang gesagt: Alle Bilder in dieser Newsmeldung sind mit künstlicher Intelligenz erzeugt.
AI (Artificial intelligence) oder auf Deutsch KI (Künstliche Intelligenz) ist in aller Munde. Mich hat die Neugier gepackt und ich habe etwas mit Midjourney experimentiert, einem der führenden Tools, um eine Bildbeschreibung in ein Foto umzusetzen. Man gibt eine möglichst detaillierte Bildbeschreibung in Englisch ein, und das System generiert daraus vier Varianten eines Bildes. Quelle dafür sind offenbar fünf Milliarden Fotos, die im Internet kursieren. Das Ganze bewegt sich derzeit noch in einem rechtsfreien Raum, denn bis auf einen Anbieter greifen die Tools auf Bilder zurück, für die sie kein Verwendungsrecht haben. Für Experimente ist das (noch) kein Problem, aber was passiert, wenn ein Unternehmen oder eine Marke KI-generierte Bilder verwendet, auf denen eines oder mehrere der Originalbilder noch deutlich zu erkennen sind? Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sich Gerichte mit der Frage beschäftigen müssen, ob ein durch KI generiertes Bild ein völlig neues Werk ist oder ob den Urhebern der verwendeten Fotos eine Lizenzgebühr gezahlt werden muss.
Je nach Motiv sehen die Bilder oder zumindest Teile davon immer noch sehr künstlich aus. Manchmal stimmt auch nicht ganz alles – schau Dir zum Beispiel die Hände auf dem letzten Bild genauer an (für vergrösserte und komplette Ansicht auf das Bild klicken). Ich bin mir ziemlich sicher, dass sich das in Zukunft noch verbessern wird, und wahrscheinlich haben auch meine noch recht geringen Kenntnisse in der Erzeugung von KI-Bildern einen Einfluss auf die Bildqualität.
Warum der Papst und der Dalai Lama?
Ich habe mir erlaubt – und man möge es mir verzeihen – den Papst und den Dalai Lama als Aufhänger für diesen Artikel zu verwenden. Ich wollte ein Bild schaffen, dass es so geben könnte. Das hat mir von einem lieben Freund, den ich sehr schätze, Kritik eingebracht. Denn zu Recht sagt er, dass sich dieses Bild im Internet weiterverbreiten könnte, und irgendwann ist das Bild dann so aus dem Zusammenhang gerissen, dass man nicht mehr weiss, dass es ein KI-generiertes Bild ist. Er hat vorgeschlagen, das Bild als KI-Foto kennzuzeichnen, doch leider ist die KI sehr gut in der Lage, irgendwelche Vermerke in einem Bild wieder herauszurechnen. Die neuesten Versionen von Adobe Photoshop zeigen, wie beängstigend und faszinierend weit die Bildbearbeitungsprogramme in diesem Bereich schon sind. Ein anderer Bekannter fand die Idee mit den beiden geistlichen Oberhäuptern sehr gut und schlug vor, ein ähnliches Bild mit Putin und Selenskyj zu generieren – so als Beitrag zum Friedensprozess … Diese Feedbacks zeigen die grosse Gefahr dieser Technologie. Niemand weiss mehr, was echt ist und was nicht. Zur Zeit sehen die KI-generierten Bilder noch etwas künstlich aus, und hie und da weisen sie – wie oben erwähnt – kleine Fehler auf. Deshalb kann man beim genaueren Betrachten oft feststellen, ob es sich beim Bild um eine echte Fotografie oder um ein KI-Bild handelt. Aber es ist aus meiner Sicht nur eine Frage der Zeit, bis die KI-generierten Bilder nicht mehr von einer Original-Fotografie zu unterscheiden sind.
Was macht das mit uns als Gesellschaft?
Wenn ich mit Freunden über KI-generierte Bilder spreche oder ihnen zeige, wie man mit KI Fotos generieren kann, spüre ich zwei Emotionen: Faszination und Frustration. Faszination deshalb, weil es spannend ist, dass man eine Szene in Worten beschreiben kann und die KI ein Bild daraus generiert. The sky (oder eben die eigene Phantasie) is the limit – ein abgedroschener Spruch, der sich auch hier bewahrheitet. Wir nehmen die Schwingen der Technologie, um immer höher zu fliegen. Doch nach etwas Nachdenken tritt bei meinen Gesprächspartnerinnen und -partnern oft der Ikarus-Effekt ein: Absturz. Sie formulieren dann Sätze wie beispielsweise «Jetzt kann ich einem Bild endgültig nicht mehr trauen». Schon die Bildbearbeitungsprogramme haben den Glauben an das Foto als eine Reflektion der Realität stark reduziert. Und es scheint mir, dass die KI das, was an Glaube noch vorhanden war, komplett zerstört. In einer Gesellschaft, die sowieso schon verunsichert ist durch die Ereignisse der letzten Jahre und die angespannte Weltlage, vergrössert diese neue Technologie die Verunsicherung weiter. Durch den Missbrauch von extremistischen Gruppen sind zudem absolute Werte sind verpönt, doch jetzt, wo alles relativ wird, spüren wir einen Verlust, weil es keinen Halt mehr zu geben scheint. Vielleicht ist das etwas dramatisch formuliert, und KI-basierete Bilder sind in diesem ganzen Geflecht der Verunsicherung vielleicht nur ein Mosaiksteinchen, aber es scheint mir, dass dieses künstliche Generieren von Bildern die Verunsicherung plötzlich greifbarer und realer werden lässt. Wir stehen als Gesellschaft vor grossen Herausforderungen, und die Technologie – die auch viel Positives mit sich bringt, das sei hier explizit erwähnt – lässt sich sicher nicht aufhalten. Wir dürfen als Menschen und als Gesellschaft die Authentizität nicht verlieren. Darüber wurde und wird viel geschrieben, und es fordert jede/n Einzelne/n von uns heraus, sich der Frage nach Authentizität zu stellen. Interessanterweise hat die Fotoindustrie diese Entwicklung sehen kommen und eine spannende Initiative ins Leben gerufen:
Content Credentials
Content Credentials ist eine Organisation, die meinem Verständnis nach das RAW-File in der Kamera mit einem Code versieht, der das Originalfile als unbearbeitetes Orginal erkennen lässt. So kann man jederzeit beweisen, ob ein Bild manipuliert worden ist oder nicht. Fotografinnen und Fotografen werden in Zukunft die Möglichkeit haben, gleich beim Fotografieren den Content-Credentials-Code ihren Bildern hinzufügen zu lassen. Die erste Firma, die Content Credtials in eine Kamera eingebaut hat, ist Leica in der Leica M11P. Wie das Ganze funktioniert, erfährst Du hier.
Die Resultate meines Experiments
Als neugieriger und offener Mensch, der in der Werbung und in der Fotografie arbeitet, ist diese Technologie auf jeden Fall so wichtig, dass ich sie verfolge. Die Kunst besteht darin, den sogenannten «Prompt» zu formulieren. «Prompt» ist der Name der Bildbeschreibung, die man eingibt. Meine ersten Versuche mit der KI-basierten Bilderzeugung haben mir gezeigt, dass schon kleine Änderungen im Text grosse Auswirkungen auf das Bild haben können. Das «Prompten» ist also eine Art Programmiersprache, in der man die Bilder beschreibt. Die Krux ist, dass man manchmal ein Bild im Kopf hat und die KI dann etwas ganz anderes generiert. Man kann bei Midjourney zwar eigene Bilder als Stilvorlage hochladen, aber mein erster Test mit einem hochgeladenen Bild hat gezeigt, dass zwar der Stil des Bildes einigermassen übernommen wird, aber ansonsten habe ich mein Foto in der KI-generierten Version nicht wiedererkannt (was ja für die Urheberrechtsfrage für die Nutzer sehr gut ist...).
Hier die ersten Resultate meiner Experimente mit Midjourney:
Keines dieser Bilder ist real. Es sind alles Werke, die die KI aufgrund meiner Eingaben erstellt hat.
Und special thanks to Christian Habermeier, der mich in die Midjourney-Welt eingeführt hat.
Alles Gute für 2024
Alles Gute für 2024 mit Clips von Feuer und Eis, untermalt mit Sebastian Bachs epischer Musik
Ein Jahr voller Ereignisse neigt sich dem Ende zu. Vieles ist aus den Fugen geraten. Und gleichzeitig geschieht viel Hoffnungsvolles auf unserem Planeten.
Wir hatten dieses Jahr das Privileg, die Urkraft der Schöpfung beim Vulkanausbruch bei Litli-Hrutur (Island) auf ganz besondere Weise zu erleben. Deshalb möchten wir Dich als Neujahrsgruss auf eine kleine Reise durch Feuer und Eis mitnehmen, untermalt von Sebastian Bachs epischer Musik.
Die Gegensätze Feuer und Eis verbinden sich in dem kleinen Clip. Ihre Kraft und Schönheit ist gegensätzlich und doch werden plötzlich Ähnlichkeiten sichtbar und schaffen eine faszinierende Verbindung. Das wünschen wir Dir, dass Dich Gegensätze und «Gegenwind» nicht ausbremsen, sondern inspirieren. Dass Du Raum findest, die «Gegenseite» zu sehen und ihr Potential entdeckst. Dass scheinbar Trennendes sich verbindet und Kraft fliesst.
Im Bewusstsein, dass wir auch im neuen Jahr mit demjenigen in Verbindung sein dürfen, der Himmel, Erde, Feuer und Eis geschaffen hat, wünschen wir Dir ein gutes, erfülltes 2024.
Peter und Ursula Schäublin
Ich warte, bis das Bild mich findet
Toller Artikel von Andreas Schiendorfer in den Schaffhauser Nachrichten.
Andreas Schiendorfer hat auf meisterliche Art und Weise ein Gespräch mit mir zum neuen Silence-Buch zusammengefasst. Sein Artikel ist am 21. Dezember in den Schaffhauser Nachrichten erschienen:
Den Weg ebnen – ein besonderer Anlass am 12.1.24 in Schaffhausen
Herzliche Einladung zu einem Live-Event mit Daniel und Karin Bürgi, Gründer der NGO Himalayan Life
Letztes Jahr hat eine Gruppe von fünf Fahrradfahrern aus vier Ländern 600 Kilometer in der dünnen Luft des Hoch-Himalaya zurückgelegt – um auf die Lebensumstände der Menschen aufmerksam zu machen, die auf dieser Höhe unter teilweise schwierigsten Bedingungen arbeiten und um Finanzen für die Projekte von Himalayan Life zu sammeln. Wir hatten die Ehre, einen Film über diesen Sponsor-Bikelauf zu drehen. Viele unserer Kunden und Freunde haben das Projekt mitverfolgt und unterstützen Himalayan Life.
Nun hat sich die einmalige Chance ergeben, in Schaffhausen einen Live-Event mit Dani und Karin Bürgi, Gründer von Himalayan Life, zu organisieren:
Datum
Freitag, 12. Januar 2024 in Schaffhausen
Ort
Werkstätte Liechtblick, Amsler-Laffon-Strasse 1, Schaffhausen
4. Obergeschoss
Uhrzeit
18.15 Türöffnung
18.30 Apéro Riche
19.15 Präsentation von Daniel Bürgi mit Kurzfilm
20.15 Interview und Q+A
20.45 Schluss
Unkostenbeitrag für den Apéro Riche und die Getränke: CHF 39 pro Person. Der Betrag kann vor Ort in bar oder via TWINT bezahlt werden. Aufrunden ist erlaubt – der Überschuss geht vollumfänglich an Himalayan Life. Damit wir wissen, wie viele Personen kommen, bitten wir bis am 11. Januar 2024 um Anmeldung:
Ich/wir sind dabei am Info-Event vom 12. Januar 2024:
Hilfe zur Selbsthilfe ist bei Himalayan Life nicht ein Schlagwort, sondern gelebte Realität. Die Organisation baut Schulen, organisiert Sportevents über die Gräben der Kasten hinweg, bietet Programme, um Strassenkinder aus den Drogen zu holen, hat die erste PET-Recyclinganlage in Nepal gegründet, ist daran, den Kleinbauern bessere Perspektiven zu geben. Dabei geht es immer darum, eine langfristige Vision zur echten Verbesserung der Lebensumstände zu verfolgen. Die Organisation beschäftigt in Nepal praktisch ausschliesslich Einheimische und schafft so auch Arbeitsplätze und vermittelt Know-How an Nepali. Uns hat dieser Ansatz begeistert. Am 12. Januar 2024 erhältst Du Infos aus erster Hand, wie Entwicklungszusammenarbeit wirklich etwas bewegt und wie Spenden effizient und direkt zur Verbesserung der Lebensumstände von vielen Menschen, vor allem von Kindern, eingesetzt werden.
Fotos und Filmclips im Header: Dani Rimann